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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. August 2016

Geschichte: Ein genialer Staatsmann

Foto: Stadtarchiv

Foto: Stadtarchiv

 

August Lamey

Der längste Artikel im fünften Band der „Badischen Biographien“ (1906) war eine Lobeshymne auf den zehn Jahre zuvor gestorbenen Politiker und Juristen August Lamey: „… er war der geniale Staatsmann, unter dessen Führung die Wandlung Badens aus dem alten Willkür- und Polizeistaat in den modernen Rechtsstaat sich vollzogen hat...“.

August Lamey wurde am 27. Juli 1816 als Sohn des Redakteurs der Staatszeitung in Karlsruhe geboren. Nach Jurastudium trat er 1840 in den badischen Staatsdienst ein. 1848 wurde er Mitglied der Zweiten Kammer der Ständeversammlung und engagierte sich für liberale Reformen in Baden. Die Revolution 1849 und die folgende Reaktionszeit beendeten dies vorläufig. Lamey zog sich aus Politik und Staatsdienst zurück und wirkte als Rechtsanwalt und Juraprofessor in Freiburg. Seit 1859 erneut Abgeordneter in der Zweiten Kammer, wurde er bei der von Großherzog Friedrich I. angestoßenen Umbildung des Regierungskabinetts 1860 zum Innenminister ernannt.

In den folgenden Jahren der liberalen „Neuen Ära“ konnte er zahlreiche Reformen durchsetzen, darunter Gewerbefreiheit, bürgerliche Gleichberechtigung der Juden sowie wesentliche Verwaltungs- und Justizreformen. Mit der Niederlage des Deutschen Bunds, dem Baden angehörte, im Deutschen Krieg 1866 gegen Preußen verlor Lamey sein Amt, betätigte sich jedoch weiter politisch, 1871 bis 1874 als Reichstagsabgeordneter, von 1875 bis 1892 gehörte er wieder der Zweiten Badischen Kammer an, ab 1876 als ihr Präsident. Der Karlsruher Ehrenbürger starb 1896. -vs-

 
 

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