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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. August 2016

Kultur: Wahn und Wirklichkeit verschmelzen

GRUSEL UND HUMOR: Die schwarze Katze späht zum Haus. Foto: Thidor

GRUSEL UND HUMOR: Die schwarze Katze späht zum Haus. Foto: Thidor

TRAUM UND ALPTRAUM: Das Theater in der Orgelfabrik bringt bis Ende September im historischen Gemäuer „Das Haus in der Rue Morgue“ in ureigener Fassung auf die Bühne. Foto: THIDOR

TRAUM UND ALPTRAUM: Das Theater in der Orgelfabrik bringt bis Ende September im historischen Gemäuer „Das Haus in der Rue Morgue“ in ureigener Fassung auf die Bühne. Foto: THIDOR

 

Theater in der Orgelfabrik spielt „Das Haus in der Rue Morgue“ nach Edgar Allan Poe

In den 29 Jahren seiner Bestehens setzte das Theater in der Orgelfabrik (Thidor) vor allem Erzählungen großer deutschsprachiger Dichter in Szene.

So brachte das Ensemble um Gaby Michel und Franco Rosa 2006 Thomas Manns „Tod in Venedig“ in ureigener theatralischer Umsetzung auf die Bühne. Franz Kafka widmete das Thidor mit „Das Schloß“ (1996),  „Die Verwandlung“ (2003), „Der Proceß“ (2007) und „Bericht für eine Akademie“ (2012) gar einen vierteiligen Zyklus. Daneben lag und liegt ein weiter Schwerpunkt der beiden Theatermacher auf Leben und Werk von Edgar Allan Poe. „Der Fall des E. A. Poe“ (1989) gehörte zu den 49 Stücken, die das Thidor seit seiner Gründung 1987 auf die Bühne des historischen Gemäuers am Durlacher Weiherhof brachte, die Dramatisierung von „Der Untergang des Hauses Usher“ ( 2012) ebenso.

In der diesjährigen siebenwöchigen Sommersaison steht die Uraufführung von „Das Haus in der Rue Morgue“ auf dem Spielplan. Rosas Inszenierung des Stücks über die Atmosphäre eines Hauses und das Schicksal der Menschen, die in ihm leben, lehnt sich an Poes Kurzgeschichte „The Murders in the Rue Morgue“ von 1841 an, die  als Prototyp der im 19. Jahrhundert entstehenden Detektivgeschichten gilt und zu den ersten Geschichten gehört, die sich der Technik des „verschlossenen Raumes“ bedienen.
GRUSELGESCHICHTE MIT WITZ
Zur Story: Ein nicht mehr ganz junges Brautpaar will ein altes Haus in der Rue Morgue kaufen. Die Familien beider Seiten treffen sich, wollen über notwendige Renovierungen und Kosten sprechen. Doch das Haus entwickelt ein bedrohliches Eigenleben. Skurrile Träume suchen nicht nur Braut und Bräutigam heim. Wirklichkeit und Wahn verschmelzen miteinander. Mittendrin eine „ganz normale“ Familie.

Premiere hat die mit jeder Menge Humor gewürzte Gruselgeschichte am Samstag, 13. August, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen von „Das Haus in der Rue Morgue“ in der Durlacher Orgelfabrik, Amthausstraße 17, sind an den Freitagen und Samstagen  19., 20., 26. und 27. August, sowie am 3., 9., 10., 16., 17., 23., 24., und 30. September jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 14, ermäßigt 12 Euro. Kartenvorbestellung: Telefon 401443.

BLICK IN WELT DER MUSIK
Darüber hinaus will das Thidor auch in diesem Jahr das Publikum in einer  Mittwoch-Reihe in die Welt der Musik entführen. Dabei spielen die vier Elemente die erste Geige an den vier Abenden voller Berichte, Eindrücke, Gedichte und der Musik. Am 31. August steht „Wasser“ im Mittelpunkt, am 7. September „Luft“, am 14. „Erde“ und zum Finale am 21. September „Feuer“. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. -trö-

 
 

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