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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. September 2016

Kultur: Aus vielerlei Blickwinkeln

FOTOGRAFIE IST EIN ALLGEGENWÄRTIGES MEDIUM, sie hat die Wahrnehmung der Welt geprägt und das Verhältnis zur Wirklichkeit verändert. Ihr widmet sich nun die Städtische Galerie. Foto: Bastian

FOTOGRAFIE IST EIN ALLGEGENWÄRTIGES MEDIUM, sie hat die Wahrnehmung der Welt geprägt und das Verhältnis zur Wirklichkeit verändert. Ihr widmet sich nun die Städtische Galerie. Foto: Bastian

 

Noch bis 30. Oktober zeigt die Städtische Galerie „Fotokunst aus der Sammlung“

Erst kürzlich war Tag der Trinkhallen. Die Buden stehen für weit mehr als den Kauf von Süßkram, Zigaretten und Bier. Sie sind kleine Geschäfte täglichen Bedarfs, hier wird geschwatzt, diskutiert und gelebt. Ohne sie ist der Ruhrpott undenkbar. Bis heute.

Tata Ronkholz (1940 bi 1997) hat den Trinkhallen eine ganze Werkgruppe gewidmet. Ihre Arbeiten sind Zeitdokumente, viele der in Städten des Rheinlands abgelichteten Gebäude existieren nicht mehr. Ihr ging es weder um Sozialromantik, Nostalgie im Kleinformat oder Design, „sondern ich fühlte mich zum Alltag hingezogen, wollte das Büdchen um die Ecke in seiner ganzen Liebenswürdigkeit zeigen.“ Einige ihrer Aufnahmen sind Teil von „Fotokunst aus der Sammlung“, der aktuellen und bis 30. Oktober laufenden Sonderausstellung der Städtischen Galerie.

Thematisch gegliedert beleuchtet sie verschiedene fotografische Positionen aus den eigenen Beständen von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart. Viele der 140 Exponate stammen aus der Garnatz-Kollektion und der „Stiftung Fotografische Werke Sigmar Polke“. Im Fokus stehen die Kölner und Düsseldorfer Kunstszene mit der sachlichen Bildsprache von Bernd und Hilla Becher und ihren international etablierten „Schülern“ Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff oder Thomas Struth. Vertreten sind aber auch aktuelle Arbeiten von Fotografinnen und Fotografen aus Karlsruhe und dem Südwesten.

Gezeigt werden als Motive urbane Landschaften oder Architektur wie in den typologischen Serien von Industriebauten der Bechers. Jan Zappe haben es brachliegende Tankstellen in Karlsruhe und Umgebung angetan. Auch Porträts sind dabei, darunter Schwarz-Weiß-Arbeiten der FAZ-Reportage-Fotografin Barbara Klemm. Sie hatte Künstler, Musiker und Intellektuelle vor der Linse, setzt sie dezent in Szene. Dokumentiert sind auch künstlerische Performances. Wie die von Timm Ulrichs. Für ihn sind Leben und Kunst eins. Er liebt es spektakulär, stand Modell für einen Messerwerfer. Der wiederum war Alkoholiker und hatte nur mit einem gewissen Pegel eine ruhige Hand. Ganz schön gewagt, aber das machte für ihn den Kick aus. Fotos der Aktion kombiniert mit realen Messern lassen die Betrachter die beklemmende Situation förmlich spüren. Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr, an den Wochenenden ab 11 Uhr.  -maf-

 
 

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