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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. September 2016

"Grüne Stadt": Von und für alle

Zur Identifitkation mit und dem Engagement für die "Grüne Stadt Karlsruhe" rief Bürgermeister Klaus Stapf (am Tisch Mitte) kürzlich vor Medienvertretern auf dem Friedrichsplatz auf. Foto: Fränkle

Zur Identifitkation mit und dem Engagement für die "Grüne Stadt Karlsruhe" rief Bürgermeister Klaus Stapf (am Tisch Mitte) kürzlich vor Medienvertretern auf dem Friedrichsplatz auf. Foto: Fränkle

 

Querschnittsaufgabe und ein Schwerpunkt künftiger Stadtpolitik - Bürgermeister Klaus Stapf stellte Konzept erstmals vor und lud zur Beteiligung ein

Vor einem Jahr wurde Karlsruhe wegen seines verantwortungsvollen Umgangs mit Wachstum zur nachhaltigsten deutschen Großstadt gekürt. Das schließt eine sozial gerechte und ökologisch orientierte Stadtentwicklung inklusive vorbildlicher Bürgerbeteiligung ebenso ein wie die Stärkung der Wirtschaft. Grundlage ist das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020".

Für die Stadt war und ist die Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Ansporn und Verpflichtung zugleich. In ihrer Vision "Grüne Stadt" bündelt sie nun ämterübergreifend die Themen Stadträume, Klima, Gesundheit und Natur als Querschnittsaufgabe und einen der Schwerpunkte künftiger Stadtpolitik. Bürgermeister Klaus Stapf stellte das Konzept, das alles "grüne Handeln" abbildet, am 5. September erstmals öffentlich vor.

Danach sollen die oft komplexen städtischen Planwerke mittels eines langfristig angelegten Prozesses mit den Menschen in konkrete Maßnahmen und Projekte vor Ort übertragen und dafür alle Entwicklungspotentiale aufgespürt werden.

Ziel ist die Identifikation aller mit ihrem grünen Karlsruhe. Der öffentliche Raum, so Stapf, soll für sie "zugänglicher gemacht werden, private Räume zum Wohle der Nachbarn und für sich selbst multifunktional gestaltet werden. Dafür wollen wir die Quartiere aufsuchen, mit den Menschen reden und ihre Eigeninitiative stärken".

In einem ersten Beteiligungsschritt waren externe "Schlüsselakteure und Protagonisten" aus den Bereichen Natur, Gesundheit, Naturschutz, Klimaschutz und Bildung eingeladen, an diesem Prozess teilzuhaben. Auch Engagierte der Bürgervereine, der Kleingärten und aus der Wohnungswirtschaft arbeiten in einer Gruppe "Grüne Stadt" mit. Entstanden ist so ein 38-seitiges Grundkonzept, das weiter verfeinert werden soll. Unterteilt ist es in die drei Leitprojekte "Mein grünes Quartier, mein grüner Freiraum und meine grüne Straße". Alle, die mitmachen wollen, sind am 17. November, 17.30 Uhr, zu einer Ideenwerkstatt in das Südwerk eingeladen. Herausforderungen gibt es viele - die Stadt und ihre grüne Infrastruktur im Klimawandel robust und regenerativ (resilient) zu gestalten, für Umweltgerechtigkeit, also lebenswerte und gesunde, sozial vernetzte Quartiere für alle zu sorgen und diese mit guten Fußwegen aus höchstens ein bis zwei Kilometern Entfernung erreichbar zu machen.

Beteiligen bedeutet auch eigenes Gestalten, etwa durch "urban gardening" (Stadtgärtnern) beim Entwerfen von kleinen Gemeinschafts- oder Quartiergärten (pocket parcs) oder dem Bau von Klimahäusern. Denn Maßnahmen zum Klimaschutz, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Förderung erneuerbarer Energien sind wegen sich verändernder Lebensbedingungen unverzichtbar, ebenso wie Anpassungen an Hitzeperioden und andere lokale Auswirkungen des Klimawandels.

Helmut Kern, Chef des Gartenbauamts und Klaus Stapf wollen so auch die Artenvielfalt stärken, die "grüne" gegen die "graue" Stadt setzen. Dafür gelte es unter dem Dach der grünen Stadt auch Bestehendes wie den Hinterhofwettbewerb zu erhalten. Wichtige Grundlagen sind zudem die Natur- und Landschaftsschutzgebiete und die Umweltbildung.

Das alles steht unter dem Kampagnenmotto "Meine grüne Stadt Karlsruhe". Bei grünen, gesunden und nachhaltigen Aktionen erhöhen ein eignes Corporate Design, frisches grünes Mobiliar und T-Shirts den Wiedererkennungswert. Konkrete Aktivitäten in der "Green City" sind im grünen Frei-, also Erholungsraum auch auf dem eigenen Balkon oder der Bank vor der Haustür möglich. Das kann in der Fotoaktion "Hier ist mein Grün" sichtbar gemacht werden. Eine weitere Initiative ist der neue Abendmarkt (Details zu allen drei Aktionen siehe untenstehende Artikel). Für die Weiterentwicklung der grünen Stadt, die ja schon Stadtgründer Karl Wilhelm wollte und die beispielsweise mit der Bundesgartenschau 1967 einen Schub erhielt, sollen vorhandene, finanzielle Mittel gebündelt werden - mit dem Ziel, die Menschen in gemeinschaftlichem, verantwortlichem Handeln mitzunehmen.

 
 

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