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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. September 2016

Abschlussanerkennung: Integration durch Arbeit

Anerkennungsberater von Netzwerk ist montags in Karlsruhe

Der Spracherwerb und - teils mehr noch - sich auf dem Arbeitsmarkt einbringen zu können: wesentliche Voraussetzungen für Migranten, anzukommen. Bringen sie, ob EU-Bürger oder Flüchtling, Befähigung und Erfahrung mit, gilt es, die Anwendbarkeit wohlwollend zu prüfen – oder Alternativen zu suchen.

In der „Keimzelle der Integration“, im Internationalen Begegnungszentrum (ibz), einen Beitrag zur „Schlüsselqualifikation Arbeit“ angewandt zu wissen, freute Bürgermeister Martin Lenz besonders.

Der Sozialdezernent honorierte am Montag die offizielle Bekanntgabe der im Juni begonnenen Beratung des IQ-Netzwerks Baden-Württem-berg in Karlsruhe, im ibz. IQ steht für Integration durch Qualifizierung, ein Förderprogramm von Bund und Europäischem Sozialfonds. Es zielt darauf ab, Ratsuchende im Prozess zur Anerkennung ihrer im Ausland erzielten Abschlüsse mit Rat und Tat zu unterstützen. „Ziel ist ja, dass wir die Menschen nicht nur beraten, sondern dass sie in Arbeit kommen“, unterstrich die Leiterin der IQ-Landesebene, Elvira Stegnos. Das schaffe nur Netzwerken.

Auch das Integrationsministerium des Landes beteiligt sich mit Mitteln an IQ, betonte Karlsruhes Integrationsbeauftragte Meri Uhlig und zeigte weitere Akteure in Sachen Anerkennung auf – etwa ihr Büro, Jobcenter, AWO, Caritas, die Kammern. Sie begrüßte, dass bereits 32 Personen in den Sommermonaten Juni und Juli die Beratung wahrnahmen, die René Faust jeden Montag vor Ort anbietet. Kein Fall ist wie der andere, weiß er: „Wer englische Literatur unterrichtet hat, ist in Deutschland Anglizist“ – das führt nicht weit (Schullehrer in Baden-Württemberg müssen drei Fächer vorweisen). Juristen könnten frei beratend oder bei Unternehmen Anstellung finden, müssten sonst bei Null anfangen, da das deutsche Recht Basis zu sein hat. „Ärzte“, so Faust und Stegnos unisono, hätten die beste Chance auf Anerkennung. Bei Ingenieuren, die – wie vor allem Pflegekräfte – stark nachgefragt werden, geht es auch um die Anerkennung der Titelführung und adäquate Jobchancen.

An Beratung in Karlsruhe interessierte erwachsene Migranten aus Stadt und Landkreis können einen Termin vereinbaren (per Telefon 0621/43773115 oder E-Mail an rene.faust@ikubiz.de), der sich an einem Montag zwischen 9.30 und 17 Uhr beim ibz (Kaiserallee 12 d) realisieren lässt. Das ibz bietet am Donnerstag, 29. September, von 10 bis 13 Uhr eine Info-Börse für Zugewanderte zum Thema Arbeit, Aus- und Weiterbildung an. -mab-

 
 

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