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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. September 2016

Kultur: Die weite Welt im Kaufhaus Knopf

IN DER SPIELZEUGABTEILUNG fand sich dieser Kaufladen, davor bei der Eröffnung Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche (r.) und der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Peter Pretsch. Foto: MMG

IN DER SPIELZEUGABTEILUNG fand sich dieser Kaufladen, davor bei der Eröffnung Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche (r.) und der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Peter Pretsch. Foto: MMG

 

Schau im Stadtmuseum über die Geschichte der Warenhaus-Dynastie und ihr Stammhaus

Kauften die Menschen erst bei Handwerkern und auf Märkten, entstanden um die 1850er längs der neuen Eisenbahnlinien Kolonialwarenläden und Ende des Jahrhunderts Kaufhäuser. Badens Landeshauptstadt war dank Familie Knopf vorne mit dabei. Davon zeugt bis 26. Februar im Stadtmuseum, Karlstraße 10, die Ausstellung „Waren.Haus.Geschichte. Die Knopf-Dynastie und Karlsruhe“.

Die  weitverzweigte jüdische Familie, über deren Niederlassungen, Pariser Vorbilder, (Jugendstil-)Architekturen  und Angebote, Schicksale, Privathäuser und mehr Kurator Bernd Serger aus Freiburg  rund 40 Ausstellungstafeln seiner Wanderausstellung beisteuerte, darunter eigens recherchierte für Karlsruhe, hatte hier 1881 als kleines Textilgeschäft ihr Stammhaus gegründet. Dann ging es Schlag auf Schlag, Bruder  Moritz eröffnete 1882 in Straßburg, Sally 1887 in Freiburg und 1895 in Lörrach, Albert 1893 in der Züricher Bahnhofsstraße. Ab 1933 zwang das NS-Regime die Familie, ihre deutschen Filialen weit unter Wert zu verkaufen, darunter die in Karlsruhe.

Fast allen gelang die Flucht in die USA, woher nun zur Eröffnung  Nachfahren wie Familie Stern, Tom Hamm, zudem Michel Meyers aus Brüssel und Familie  Rügländer aus Luzern anreisten. Insgesamt besaß die Dynastie bis zur Schließung der Basler Dependance 1978 über 80 Häuser. Im Stadtmuseum liegt der Fokus auf der Entwicklung des Stammhauses, auch unter den Nachfolgefirmen Hölscher und Karstadt. Zu sehen sind aus dem opulenten Sortiment der Zwanziger und Dreißiger etwa Spielzeug wie Rasseln oder Puppengeschirr, aber auch eine prachtvolle Kasse von 1911, Figurinen, drapiert mit Stoffen, Vitrinen mit Weißwäsche, Büsten mit Kinderkleidung, ein Charleston-Tanzkleid, Silbergeschirr (www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/stadtmuseum/knopf.de). -cal-

 
 

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