Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. September 2016

Stadtteile: „Ich habe das Gefühl, der Werderplatz kippt“

PROBLEMZONE WERDERPLATZ: Am Indianerbrunnen ist das Miteinander in der Südstadt aus den Fugen geraten. Foto: Knopf

PROBLEMZONE WERDERPLATZ: Am Indianerbrunnen ist das Miteinander in der Südstadt aus den Fugen geraten. Foto: Knopf

 

Schwierige Situation im Stadtteil bei der Bürgerversammlung Südstadt emotional debattiert

Groß war der Andrang bei der Bürgerversammlung über die Entwicklung der Südstadt kürzlich im Südwerk. OB Dr. Frank Mentrup kam mit etlichen Experten, um über Themen wie die Kombilösung, Bauvorhaben, Schulsituation oder den Werderplatz zu sprechen. Dabei gab der Rathauschef einen kurzen Abriss über den Stadtteil.

Mentrup sprach von einem vielfältigen und lebendigen Stadtteil mit einer ausgeprägten Ankommenskultur, sparte auch die negativen Aspekte nicht aus. So habe sich das Sicherheitsempfinden verschlechtert, auch das Zusammenleben werde eher negativ bewertet. Über die Situation in Sachen Kombilösung gab Uwe Konrath (KASIG) Auskunft. So soll die Haltestelle Kongresszentrum zum Herbst 2017 fertig gestellt werden. Ihren Unmut äußerten Bürger über Lärmbelästigung durch Umleitungen der Trams über die Rüppurrer Straße und Poststraße. Naturgemäß wurde auch die ablehnende Haltung des Bundesrechnungshofs zum Bau des Kriegsstraßen-Tunnels diskutiert. Mentrup sprach von zeitlichem Druck, aber von einem beherrschbaren Rahmen und dass man keinesfalls auf die Kriegsstraße verzichten werde.

Ulrike Schlenker vom Controlling der Stadt gab einen Überblick über die Sanierung und Erweiterung des Staatstheaters. Klaus Weindel (Gartenbauamt) berichtete, dass die Grünfläche am City-Park aktuell fertig gestellt sei. Beim Thema Werderplatz wurde es emotional im Saal. Gastgeberin Martina Hillesheimer (BG Südstadt) betonte, dass die „Menschen am Brunnen“ definitiv zum Stadtteil gehören. Jedoch habe sich die Situation verschlechtert. „Mittlerweile sind harte Drogen im Spiel und das überschreitet jede Toleranz.“

Auch Ordnungsamtsleiter Dr. Björn Weiße bestätigte dies. Seine Einschätzung jedoch, dass man keine „offene Drogenszene“ habe, sorgte für lautstarken Unmut. Offensichtlich nutzen Junkies die WC-Anlage, um dort harte Drogen zu konsumieren. Vehement wurde für oder gegen eine Schließung des WC gestritten. Bei letzterem würden sich die Probleme in die Grünanlagen ausweiten, so Weiße. Anwohner berichteten von sexueller Belästigung, Pöbeleien, Verschmutzung und einer zunehmend negativen Grundstimmung. Andreas Dahm (Polizeirevier Südweststadt) betonte, dass man den Kontrolldruck erhöhen könne, aber dass es sich letztlich um ein gesellschaftliches Problem handle.

Cordula Sailer, Drogenbeauftragte, der Stadt, sagte: „Es ist etwas aus der Balance geraten. Wir müssen nachsteuern.“ Man prüfe Drogenkonsumentenräume und mehr Streetwork. Die Gastronomen betonten, dass sie ihr Revier regelrecht verteidigen müssten. In den Pflanzenkübeln fänden sich oft Spritzen oder Crack-Pfeifen. „Ich habe das Gefühl, der Werderplatz kippt“, so Hillesheimer. -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe