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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. September 2016

Aktionswochen Demenz: Von Sinn und Sinnen

LEBENSWERT bleibt das Leben trotz Demenz ist die Botschaft der Aktionswochen. Foto: pr/Ehrmann

LEBENSWERT bleibt das Leben trotz Demenz ist die Botschaft der Aktionswochen. Foto: pr/Ehrmann

 

„Demenz-Von Sinn und Sinnen“ ist das Motto der noch bis 25. November laufenden ersten Aktionswochen. Am Weltalzheimertag, dem 21. September, hat sie Bürgermeister Klaus Stapf als Schirmherr bei der Auftaktveranstaltung „Konfetti im Kopf“ nach einjähriger Vorbereitung eröffnet.

„Wir wollen das Thema Demenz in der Mitte der Gesellschaft platzieren, deshalb ist der Marktplatz der dafür geeignete Ort. Jedes Einzelschicksal ist dramatisch.“ Laut Stapf gibt es inzwischen 1,6 Millionen Erkrankte in Deutschland und rund 5000 in Karlsruhe. Von den über 65-Jährigen sind neun, von den über 90-Jährigen mehr als 40 Prozent betroffen. Jedes Jahr kommen 1000 neu Erkrankte hinzu. „Wir müssen uns ihnen allen zwischenmenschlich mit Wärme, Fröhlichkeit und Bereitschaft zum Verstehen öffnen“, wünscht sich Stapf. Er sieht Karlsruhe in Vernetzung mit Sozialverbänden und Kirchen auf dem Weg zur demenzfreundlichen Stadt. Das betreffe Kranke wie ihre Angehörigen. Die Stadt habe im Seniorenbüro eigens die Stelle einer Fachplanerin, zuständig bei Demenzerkrankungen (Iris Tschukewitsch, Telefon 133-38219 eingerichtet. „Man muss noch viel mehr wissen, damit man irgendwann heilen kann“ sagte der evangelische Dekan Thomas Schalla, verlangte öffentliche Aufmerksamkeit und warnte vor “dem gesellschaftlichen Vergessen“.

Pfarrer Dirk Keller von der Stadtkirche als Cheforganisator machte darauf aufmerksam, dass „es viele Zugänge braucht“, um die Kranken zu verstehen. Alle seien gefordert, über das eigene Denken hinaus neue Möglichkeiten des Fühlens, Hörens oder Riechens zu heraus zu finden. So entstehe viel Freude bei Musik und Bewegung, was bei der Eröffnungsveranstaltung durch die Trommelgruppe „Ritmo Gigante“ und das Lied „Atemlos“ demonstriert wurde. Wie wichtig gerade Bewegung - mindestens eine halbe Stunde pro Tag – ist, darüber sprach abschließend der Leiter des KIT-Sportinstituts, Alexander Woll.

Im Programm mit rund 40 Terminen finden sich auch Fotoausstellungen. In „Blaue und graue Tage“ zeigt Claudia Thoelen bis 25. November montags bis samstags von 11 bis 17 Uhr, berührende Bilder von vier Paaren, bei denen jeweils ein Partner an Alzheimer erkrankt ist. „Konfetti im Kopf“ wirft noch bis 7. Oktober montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr im Rathausfoyer mit Fotos von Michael Hagedorn Schlaglichter auf trotz Demenz lebenswertes Leben. Dazu kommen Gottesdienste, Filme samt Gesprächen, Konzerte, Vorträge, Schauspiel und Kabarett, eine Lesung, Fachtagung und ein Seminar. Die Details finden sich unter www.demenzwochen2016.de. Die Veranstaltungsreihe ist eine Initiative evangelischer Einrichtungen und des Seniorenbüros. -cal-

 
 

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