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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. September 2016

Gemeinderat: Gut im Mittelfeld

BLICK AUF LEBENSQUALITÄT: In der Urban-Audit-Umfrage 2015 belegt Karlsruhe einen Platz im guten Mittelfeld. Für den Gemeinderat geht es jetzt darum, an den konstatierten Schwächen zu arbeiten. Foto: MMG

BLICK AUF LEBENSQUALITÄT: In der Urban-Audit-Umfrage 2015 belegt Karlsruhe einen Platz im guten Mittelfeld. Für den Gemeinderat geht es jetzt darum, an den konstatierten Schwächen zu arbeiten. Foto: MMG

 

Umfrage zur Lebensqualität / Debatte im Gemeinderat / Sicherheit im Fokus

Zur Kenntnis genommen hat der Gemeinderat die Urban Audit-Umfrage 2015 zur „Lebensqualität der Stadt Karlsruhe im Vergleich deutscher und europäischer Großstädte“. Danach liegt die Fächerstadt im Mittelfeld, verglichen mit 16 ähnlich großen Hochschulstädten mit technologiegeprägten Wirtschaftsstrukturen.

Hinsichtlich Infrastruktur und Lebensbedingungen liegt Karlsruhe vorne bei Grünflächen, Schulen, Gesundheit, Sportstätten und Kultur. Schlechtere Noten erhalten derzeit der öffentliche Raum, ÖPNV sowie Sauber- und Sicherheit. Bei persönlicher Situation und sozialer Integration wird die Zukunftsperspektive für die nächsten fünf Jahre positiv eingeschätzt, bei der Ausländerintegration ist man unter den ersten zehn Städten. Armut wird mehrheitlich nicht als Problem gesehen. In der Einschätzung des örtlichen Arbeitsmarkts liegt Karlsruhe auf dem dritten Platz, mit ihrer finanziellen und beruflichen Situation sind die Menschen in hohem Maße zufrieden, negativ eingeschätzt wird der Wohnungsmarkt. Beim Sicherheitsgefühl reicht es nur für einen Platz im hinteren Mittelfeld. Am wichtigsten sind den Menschen Bildung und Ausbildung, Wohnungswesen und Sicherheit.

In der Diskussion hielt es der parteilose Stadtrat Stefan Schmitt für einen „erheblichen Imageschaden“ dass sich nachts inzwischen 41 Prozent der Menschen unsicher fühlen, gegenüber 37 Prozent im Jahre 2014. Der Verwaltung dankte Sven Maier (CDU), sich mit Karlsruhe in die Umfrage eingeklinkt zu haben, um hier weiter „die Lebensqualität zu verbessern“ und freute sich auf weitere Ergebnisse. So auch Renate Rastätter (GRÜNE). Sie hob die Zufriedenheit mit der Daseinsfürsorge, etwa hinsichtlich der Schulen, des ÖPNVs, der Gesundheit und der „Kultur als wesentlichem Schwerpunkt für die Stadt“ hervor. Die mittlere Platzierung war für sie Anlass, an den Schwächen zu arbeiten, etwa an den Problemen Alleinerziehender mit ihren Kindern, der Wohnungsnot und der Sicherheit. Beachtlich fand sie, dass nur 8,1 Prozent der Bevölkerung einen verantwortlichen Umgang mit den Finanzen sieht. Hier seien die Interessen zu verschieden, die einen wollten das Stadion nicht, die zweiten das Schauspielhaus und die dritten die Kombilösung. Hier gelte es, „aufzuzeigen, dass wesentliche Mittel dafür fließen, das die Daseinsfürsorge gut geleistet wird“. Ein allgemeines Problem sei, dass das Sicherheitsgefühl in schwieriger Zeit abnehme.

Viel getan werde für die Integration. Ein Nord-Süd-Gefälle erkannte Erik Wohlfeil (KULT), von Mannheim mit der schlechtesten Bewertung über Karlsruhe bis Freiburg mit der besten. Den Ruf nach mehr Polizei bewertete er als berechtigt, die Situation aber nicht als dramatisch. Insgesamt seien 80 Prozent zufrieden, am wichtigsten Bildung und Ausbildung, dem ÖPNV wünschte er weiter eine gute Entwicklung. Am negativsten fand auch Karl-Heinz Jooß die Sicherheit, sonst „schneiden wir aber insgesamt gut ab. -cal-

 
 

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