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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Oktober 2016

Artenvielfalt: Leben auf dem Hauptfriedhof

IMKERIN GÖSSER (2. v. l.) zeigt BM Stapf, NABU-Vorsitzendem Bossert und Friedhofschef Vogel (v.l.) ihre Tiere. Foto: MMG

IMKERIN GÖSSER (2. v. l.) zeigt BM Stapf, NABU-Vorsitzendem Bossert und Friedhofschef Vogel (v.l.) ihre Tiere. Foto: MMG

 

Eine Imkerin züchtet Bienen und der NABU veranstaltet Führungen zu Vogelstimmen

In einer hinteren Ecke des Hauptfriedhofs, nahe des Krematoriums und relativ weit weg von derzeit genutzten Gräberfeldern, summt’s und brummt’s. Die Imkerin Dr. Angelika Göser hat dort seit zwei Jahren Bienenstöcke für zwölf Völker stehen. Und ist mit der Entwicklung ihrer Tiere und der Ernteausbeute recht zufrieden. Kein Wunder, können sich die Honigproduzenten doch während des ganzen Jahres am Blütenangebot auf dem Friedhof erfreuen und Nektar saugen.

Denn der Hauptfriedhof zeichnet sich durch eine besonders hohe Artenvielfalt aus. Unter anderem stehen dort immerhin rund 3.500 Bäume unterschiedlicher Sorten, wie Bürgermeister Klaus Stapf kürzlich den Medien berichtet hat. Er wies auf die hohe Bedeutung von Friedhöfen in Sachen Stadtökologie und „Grüne Stadt“ hin und erfreute sich besonders an der Tatsache, dass der Hauptfriedhof jetzt auch ein spezielles Refugium für Bienen ist.

Denn angesichts der Monokulturen in der Landwirtschaft stehen die Bienen in der Gefahr auszusterben. Dabei haben sie aber eine bedeutende Funktion für den Fortbestand der Natur. Nach Rindern und Schweinen sind sie die drittwichtigste Nutztierart. Denn sie bestäuben die Pflanzen und sorgen damit für deren Vermehrung und sichern so für viele Tierarten und nicht zuletzt auch für den Menschen die Nahrungsgrundlage.

Davon profitieren unter anderem viele Vögel. Über deren Vielzahl auf dem Hauptfriedhof Artur Bossert höchst erfreut ist. Mehrmals im Jahr bietet der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Karlsruhe früh morgens ab 7 Uhr Vogelstimmenführungen über das Areal des Friedhofs an. Mit seiner Expertise kann er den regelmäßig 50 bis 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Stimmen auch von bedrohten Vogelarten vorführen. „Wir finden dabei stets lässig 30 bis 35 Vogelarten“, verkündet er voller Stolz. Ein Stolz und eine Freude, den auch Friedhofschef Matthäus Vogel teilt. Immerhin arbeite man mit dem NABU schon gut ein Jahrzehnt zusammen, um den Menschen die Artenvielfalt auf dem Friedhof nahezubringen. -erg-

 
 

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