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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Oktober 2016

Bürgermentoren: Engagement bereichert Leben

VIELFACH ENAGIERT: Bürgermentorin Ingeborg Müller leitet Stadtführungen in selbstgeschneiderten Kostümen. Foto: Strobel-Heck

VIELFACH ENAGIERT: Bürgermentorin Ingeborg Müller leitet Stadtführungen in selbstgeschneiderten Kostümen. Foto: Strobel-Heck

 

Bürgermentorin Ingeborg Müller will ihr Wissen an andere Menschen weiter geben

„Jeder soll reinkommen und sich heimelig fühlen“ ist das Motto der Bürgermentorin Ingeborg Müller. Seit über 30 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für andere. Ihre größte Leidenschaft sind historische Stadtführungen. Ingeborg Müller präsentiert die Karlsruher Fächerstraßen auf neue, ungewöhnliche Art. In selbstgeschneiderten Kostümen einer Schusterfrau oder einer Hofdame von Königin Frederike erzählt sie über die Menschen, die dort früher gelebt haben.

Sie schwärmt von Heinrich Jung-Stilling, der sich im 19. Jahrhundert vom Handwerker zum anerkannten Augenarzt aus eigenen Kräften hochgekämpft hat. Sein Wohnhaus steht in der Rotberg’schen Gasse, der heutigen Waldstraße.

Ihre Anfänge im Ehrenamt beschreibt die 74-Jährige als abenteuerlich. Nachdem ihr Berufsleben beendet war, fiel sie in ein seelisches Loch. „Ich habe mich am eigenen Schopf gepackt und aus der Misere gezogen“, erinnert sie sich. Sie beschloss anderen Menschen zu helfen und ihr Hobby - Geschichte und Theater - aktiv zu leben. Sie engagierte sich in der Nachbarschaftshilfe, wurde 1997 Schriftführerin und Kassiererin der Wissens- und Hobbybörse, rettete den Verein vor der Insolvenz und wurde 2004 erste Vorsitzende.

Die lebenstüchtige Frau schreckt vor neuen Herausforderungen nicht zurück. 2004 absolvierte sie die Ausbildung zur Bürgermentorin der Stadt Karlsruhe und führte danach drei Projekte aus dem städtischen Förderprogramm „Jugend engagiert sich – jes“ durch. Dazu schrieb sie Theaterstücke zur Badischen Revolution, zum Thema „Alt werden“ und ein Kriminalstück. Diese inszenierte sie mit Jugendlichen verschiedener Nationalitäten in Kooperation mit Karlsruher Schulen. Müller gewann das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler. Sie half ihnen das Lampenfieber zu überwinden und so wurden die Aufführungen immer ein voller Erfolg.

Die Arbeit mit jungen Menschen sieht Müller als große Bereicherung in ihrem eigenen Leben. „Ich möchte Wissen weiter geben“, war ihre Motivation Bürgermentorin zu werden. Sie unterstützt als Bürgermentorin Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Ihr Prinzip ist einfach: „Es muss nicht perfekt sein. Man muss Freude an der Tätigkeit haben und sich einfach trauen“, sagt sie. Der nächste historische Stadtrundgang mit Ingeborg Müller findet übrigens am Samstag, 15. Oktober, um 14 Uhr in der Waldstraße statt. -rsh-

Im Januar Mentorenkurs

Das Bürgermentorat ist ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg. Engagierte Menschen werden ausgebildet, um ehrenamtliche Aktivitäten zu unterstützen. Sie initiieren Projekte und stehen anderen beratend zur Seite. Absolventen erhalten ein Abschlusszertifikat. Der nächste Mentorenkurs mit dem Schwerpunkt "Projektarbeit für Nachbarschaftsinitiativen, Quartierstreffpunkte und Bürgerzentren" ist für Januar bis April 2017 geplant. Wer Kontakt zu Ingeborg Müller aufnehmen möchte, sich für den Mentorenkurs oder das Förderprogramm „Jugend engagiert sich – jes“ interessiert, wendet sich an das Büro für Mitwirkung und Engagement, Telefonnummer: 133-1212, E-Mail: bme@afsta.karlsruhe.de, Internet: www.karlsruhe.de/bme.

 
 

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