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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Oktober 2016

Krankenhäuser: Taucher betonieren Fundament

BAUEN UNTER WASSER: Das Fundament für den Neubau des St. Vincentiuskrankenhauses betonieren Fachleute aus Sachsen. Sie müssen dazu zum Teil in entsprechenden Anzügen tief tauchen. Foto: pr/Leidert

BAUEN UNTER WASSER: Das Fundament für den Neubau des St. Vincentiuskrankenhauses betonieren Fachleute aus Sachsen. Sie müssen dazu zum Teil in entsprechenden Anzügen tief tauchen. Foto: pr/Leidert

 

Vinzenz-Bau im Wasser / 10.000 Kubikmeter einbauen

Die Betonmischer stehen in Reih und Glied. Versetzt nacheinander fahren sie zu zweit an die Pumpe, mit der der Beton in die Baugrube unter Wasser befördert wird. Während einer seine Fracht in die Pumpe entleert, wartet der zweite und schließt sich ohne Unterbrechung an. Der nächste steht schon bereit, um die frei werdende Stelle des jetzt leeren Wagens einzunehmen.

Auf der Großbaustelle des Vincentiusklinikums betonieren Fachleute aus Sachsen ein bis zu 2,20 Meter dickes Fundament, auf dem dann der eigentliche Neubau errichtet werden kann. Die Fachkräfte ziehen sich teilweise wie Weltraumanzüge erscheinende Tauchermonturen an und betonieren die Platte direkt unter Wasser, teilweise können sie die Arbeit auch mit einem langen Schlauch von über dem Wasser aus erledigen. Die Platte muss so dick und damit entsprechend schwer sein, damit das Grundwasser den Bau nicht aufschwimmen lässt. Denn Wasser hat eine ungeahnte Kraft.

Die sächsischen Spezialisten sind ehemalige Militärtaucher der DDR-NVA und später der Bundeswehr, die sich nach der Zeit als Soldaten die Fertigkeiten für diese besonderen Arbeiten angeeignet haben. Prof. Dr. Jürgen Biscoping vom Vorstand des Vincentiusklinikums, der für die Neubauarbeiten zuständig ist, lobt deren Zuverlässigkeit und Präzision in der Arbeit: „Das haben sie beim Militär gelernt.“

Die Arbeiten werden an drei Wochenenden erledigt, das letzte Drittel steht an diesem Wochenende auf dem Programm. Dies, weil der Beton unaufhörlich eingepumpt werden muss, auch in den Nächten. Möglichst wenige Patienten sollen von den damit verbunden Lärmbelastungen beeinträchtigt werden. Und die Verkehrssituationen auf den Straßen vom Betonwerk zur Baustelle sind auch entspannter als unter der Woche.

Insgesamt werden für die Bodenplatte rund 10.000 Kubikmeter Beton verbaut. Das Bauwerk soll 2019 fertig sein und dann den sanierungsbedürftigen Altbau an der Steinhäuserstraße ersetzen. -erg-

 
 

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