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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Oktober 2016

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: Bambi kann Majolika retten

Elke Ernemann, Stadträtin SPD-Fraktion

Elke Ernemann, Stadträtin SPD-Fraktion

 

Hoffnungen für Fortbestand ruhen auf neuem Konzept

Dass der Fortbestand der Majolika nach dem positiven Votum des Gemeinderates zunächst für maximal zwei Jahre gesichert ist, hat nicht nur zum Aufatmen bei Beschäftigten und Geschäftsleitung geführt, sondern wird auch von der ganz überwiegenden Mehrheit der Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern entschieden befürwortet.

Allerdings ist mit der letztmaligen Förderung durch die Stadt auch eine Verpflichtung zum wirtschaftlichen Erfolg verbunden in Form einer Überprüfung der Einhaltung des Wirtschaftsplans nach einem Jahr, weil die städtischen Mittel nun mal begrenzt sind. Das von der Majolika vorgelegte neue Konzept ist freilich stimmig und gibt zu der berechtigten Hoffnung Anlass, dass der wirtschaftliche Turnaround in absehbarer Zeit vollzogen wird.

Schwierige Zeiten

Unsere 1901 gegründete Karlsruher Majolika strahlte viele Jahrzehnte über die Stadt hinaus in alle Welt. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erlebte die Baukeramik eine Hochkonjunktur, von der auch die Majolika profitierte. Wiederholte Änderungen der Gesellschaftsformen und Eigentümerwechsel machten der Majolika zuletzt zu schaffen. 2010 stand die Majolika praktisch vor dem Aus. Private Förderer und die Stadt Karlsruhe mussten rasch handeln und im Juli 2011 hat der Gemeinderat einer Beteiligung der Stadt als Gründungsstifterin an der Majolika-Stiftung zugestimmt.

Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat den Erwerb des Grundstücks durch die KVVH. Doch die erwarteten Zahlen für eine wirtschaftliche, erfolgreiche Weiterführung des Betriebes konnten dennoch nicht erreicht werden. Durch Zuschüsse seitens der Stadt, Mieterträge aus Untermietverhältnissen die vollständig dem Betrieb zugute kamen, konnten die enorm gestiegenen Kosten, ausbleibende Umsätze und Aufträge nicht aus der wirtschaftlich, schwierigen Situation retten. Zu alledem kamen noch größere Sanierungsarbeiten und dringend erforderliche Brandschutzmaßnahmen, die einen hohen finanziellen Aufwand bedürfen.

Renaissance der Keramik

Die Besinnung auf die Wurzeln („back to Bambi“), aber auch das neue Konzept „Keramik Zentrum Majolika“, das aus fünf Modulen besteht, dürfte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein, um Marktanteile auf dem wieder erstarkten Keramikmarkt zu gewinnen und zu sichern. Auch die Öffnung der Majolika von der Baustelle zur Schaustelle klingt interessant und erfolgversprechend. Insgesamt ist man auf einem neuen, durchaus hoffnungsvollen und künstlerisch ansprechenden Weg. Es bleibt zu hoffen, dass man nach vielen Jahren der Erfolgsabstinenz mit einer modernen Produktpalette an vergangene glanzvolle Zeiten anknüpfen kann.

Elke Ernemann
Stadträtin SPD-Fraktion

 
 

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