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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. November 2016

Gemeinderat: Leiharbeit im Amt für Abfallwirtschaft

MÜLLLADER will das Amt für Abfallwirtschaft auch über Leiharbeitsfirmen beziehen, um stets die Versorgung  zu sichern. Foto: Fränkle

MÜLLLADER will das Amt für Abfallwirtschaft auch über Leiharbeitsfirmen beziehen, um stets die Versorgung zu sichern. Foto: Fränkle

 

Vor allem wegen hohen Krankenstands / An unterer Grenze bleiben / OB kündigt zeitnah Bericht über Konsolidierung des Amts an

Dem Einsatz von Leiharbeit und damit der Vergabe an drei Firmen im Amt für Abfallwirtschaft (AfA) hat das Stadtparlament mit 27 Ja- und zehn Neinstimmen bei acht Enthaltungen zugestimmt. Dabei handelt es sich um ungelernte Kräfte als Mülllader, Straßenreiniger, für die Arbeit auf Wertstoffstationen, Kompostierungsanlagen und der Abfallumladeanlage sowie Kraftfahrer, Kaufleute für Bürokommunikation und Disponenten.

Auf diese Weise soll dem hohen Krankenstand begegnet und sollen Öffnungszeiten gewährleistet werden. Damit, so Umweltdezernent Klaus Stapf, habe die Stadt „einen Rahmen für die Leiharbeit gesetzt“, wobei sie anstrebe, ihn nicht komplett auszufüllen. Die Stadt gehe „fürsorglich mit den Mitarbeitern um“, besetze Touren nicht mehr mit drei, sondern mit vier Arbeitern. Es gehe darum, zur Entlastung kurzfristig Schwankungen auszugleichen, neben Krankheit auch durch Urlaub verursacht.

Insgesamt sei das AfA mit seinen Dienstleistungen nicht schlecht aufgestellt, gebe es in den vergangenen Monaten unterdurchschnittlich viele Beschwerden und liege die Krankenquote nur in einzelnen Bereichen über 20 Prozent, aber nicht im ganzen Amt. Er bekomme „überhaupt keine Beschwerden über das AfA“ bestätigte OB Dr. Frank Mentrup. Das AfA habe im interkommunalen Vergleich überdurchschnittlich viel Personal. Effizienzsteigerungen seien möglich. Wie der Konsolidierungsprozess des Amtes laufe, darüber werde zeitnah berichtet. Leiharbeit, so auch der OB. werde an der unteren Grenze gehalten.

In der Diskussion warf Dr. Raphael Fechler für die SPD ein, dass Leiharbeit wegen mangelnder Strukturen beim AfA Regelfall und nicht akzeptabel sei, weshalb seine Fraktion mehrheitlich ablehne. Joschua Konrad (GRÜNE) sah einen unvorhergesehene Krankenstandssteigerung von 16 auf 24 Prozent als Ursache und wollte Leiharbeit, die der Stadt kein Geld spare, „zukunftsfähig ausgestalten“. Um Öffnungszeiten und zentrale Aufgaben zu gewährleisten, stimme die FDP zu, erklärte Tom Høyem. Für die AfD sah Dr. Paul Schmidt es als „sehr kritisch, dass auch Kaufleute und Disponenten keine städtischen Angestellten sind: Das muss die Stadt übernehmen.“ Schon in den vergangenen drei Jahren würden 18 Vollzeitstellen durch Leiharbeit ersetzt, was zu einer Zweiklassengesellschaft im AfA führe. Wie es um Klima und Motivation der Mitarbeiter bestellt sei, fragte Friedemann Kalmbach (GfK). Erik Wohlfeil begründete die KULT-Zustimmung mit dem Krankenstand, eigentlich habe man ablehnen wollen. -cal-

 
 

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