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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. November 2016

Hauptfeuerwache: Leuchtturm für Stadtentwicklung

PROMINENZ beim „ersten Spatenstich“: Im Hintergrund die  bereits in Arbeit befindliche Baugrube für die neue Hauptfeuerwache an der Wolfartsweierer Straße. Foto: Fränkle

PROMINENZ beim „ersten Spatenstich“: Im Hintergrund die bereits in Arbeit befindliche Baugrube für die neue Hauptfeuerwache an der Wolfartsweierer Straße. Foto: Fränkle

 

Verbund mit Integrierter Leitstelle / 63-Millionen-Investition / Hohe Anforderungen

Was länge währt, wird endlich gut, zumal es sich bei der neuen Hauptfeuerwache an der Zimmerstraße um ein „Leuchtturmprojekt für die Stadtentwicklung an exponierter Stelle handelt“, so Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beim ersten Spatenstich am 28. Oktober.

Fertig werden soll das 63-Millionen-Projekt Ende 2020, ab Anfang 2021 ist der Probebetrieb geplant. Architektonisch korrespondiert es in Grau und Rot mit der gegenüberliegenden Integrierten Leitstelle. Sicherheit für die Menschen habe höchste Priorität, mit dem Neubau werde eine weitere Erhöhung des Sicherheitsstandards angestrebt, versicherte der OB. Zum einen durch die Verlagerung aus der für die großen Spezialfahrzeuge zu engen Ritterstraße. Berücksichtigt werden mussten ebenso Komplexität und hohe Anforderungen an Organisation und Abläufe einer Leitstelle und eines Feuerwehralltags. Laut Mentrup muss eine Feuerwache nicht nur uneingeschränkt an 365 Tagen rund um die Uhr funktionieren, sondern ist auch „das zweite Zuhause“ für die Feuerwehrleute im Dienst.

Um all dem gerecht zu werden, gab es im Dezember 2009 einen Wettbewerb. Der erste Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft Harder-Stumpfl-Schramm, Freie Architekten und an das Stadtplanungsbüro Christina Simon-Philipp, beide Stuttgart, sowie das Landschaftsarchitekturbüro Eurich.Gula, Wendlingen. Deren Entwurf für die Hauptfeuerwache erstreckt sich als in der Höhe gestaffelter Baukörper entlang der Wolfartsweierer Straße.

Eine Besonderheit des Entwurfs ist die eingeschossige Fahrzeughalle: Die Einsatzfahrzeuge stehen nicht einzeln hinter Hallentoren. Sie befinden sich in einer Art Tiefgarage, aus der sie im Alarmfall in Zugformation über eine Rampe ausrücken. Der 30 Meter hohe Schlauchturm auf der Nordseite dient gleichzeitig als Übungsturm. An der nordwestlichen Ecke befindet sich der unterirdische Container-Port für die Abrollbehälter. Die Halle wird in Fertigteilbauweise mit einer Stützen/Riegel-Kon¬struktion ausgeführt. Die erforderliche Pfahlgründung entsteht aus 560 knapp neun Meter tiefen Fertigteil-Rammpfählen. Diese werden gleichzeitig für die Geothermie genutzt.

Durch die Konstruktionen und Technik wird das Leitziel „Passivhausstandard“ erfüllt. So werden die in der Energieeinsparverordnung von 2014 geforderten Werte sogar um rund 30 Prozent unterschritten. Bei der niedrig temperierten Fahrzeughalle wird darauf aus wirtschaftlichen Gründen jedoch verzichtet. Die ebenerdigen Außenanlagen sind funktional gestaltete Bereiche wie die Zu- und Alarmausfahrt, Tankstelle und Stellplätze. Auf der Fahrzeughalle entsteht eine circa 3.500 Quadratmeter große Dachlandschaft als Rückzugs- und Erholungsfläche für die Mitarbeitenden. Zu wünschen sei nun, schloss Mentrup, ein störungs- und unfallfreier Bauverlauf.

„Die Gefahrenabwehr durch die Feuerwehr ist für Bevölkerung wie Wirtschaft ein wichtiger Standortfaktor“, machte Landesbranddirektor Dr. Karsten Homringhausen aufmerksam. Positiv wertete er auch, dass die Stadt an dem innovativen und modernen Standort Synergien schaffe, indem sie auch Werkstätten hierher verlege. -cal-

 
 

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