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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. November 2016

Kultur: Ein passionierter Zeichner

DOPPELPORTRAIT MARTHA: Diese Arbeit ist Teil der Schau „Karl Hubbuch. Der Zeichner“. Dr. Brigitte Baumstark (l.) und Sylvia Bieber präsentieren den jüngsten Neuankauf der Städtischen Galerie.

DOPPELPORTRAIT MARTHA: Diese Arbeit ist Teil der Schau „Karl Hubbuch. Der Zeichner“. Dr. Brigitte Baumstark (l.) und Sylvia Bieber präsentieren den jüngsten Neuankauf der Städtischen Galerie.

 

Städtische Galerie zeigt graphische Arbeiten von Karl Hubbuch / Schau bis Januar

Kritisch-analytisch mit einem Sinn für Humor und Schönheit war der Blick von Karl Hubbuch, der neben George Grosz und Otto Dix zu den prominenten Vertretern der Neuen Sachlichkeit in Deutschland zählt.

Aus Anlass seines 125. Geburtstags zeigt die Städtische Galerie bis Januar rund 80 seiner Zeichnungen und Druckgraphiken aus den Jahren 1919 bis 1970. Die Arbeiten des gebürtigen Karlsruhers (1891 bis 1979), die Kuratorin Sylvia Bieber aus dem rund 300 Werke umfassenden Fundus der Galerie zusammengestellt hat, nehmen den Besucher mit auf eine Reise durch Berlin, Frankreich und Karlsruhe.

Zu sehen sind Straßenszenen aus der deutschen Hauptstadt in den Zwanziger Jahren, die sowohl Hubbuchs Interesse für Architektur als auch sein aufmerksames Auge für soziale und gesellschaftliche Missstände dokumentieren. „Karl Hubbuch hat immer sehr kritisch auf die Politik geschaut“, erläutert Bieber, dass der spätere Professor an der Badischen Landeskunstschule 1933 suspendiert und mit Berufsverbot belegt wurde. Entgegen nationaler Strömungen sei Frankreich sein Lieblingsland geworden und geblieben. Das zeigen Arbeiten aus Paris, Monte Carlo oder St. Malo mit Architektur- und Strandszenen.

Ab Mitte der Zwanziger Jahre hat Hubbuch verstärkt Menschen gezeichnet. Dazu zählt etwa das „Doppelporträt Martha“ von 1926, der jüngste Neuankauf der Galerie. Und auch Karlsruhe-Szenen sind in der Ausstellung zu entdecken, etwa eine Darstellung des Ettlinger Tors von 1933 - Hubbuch wohnte hier zu dieser Zeit - samt Hakenkreuz-Fah¬ne über dem Rathaus. Zuletzt lebte der Künstler, der 1970 fast erblindete, in der Ludwig-Marum-Straße. Eine Arbeit, auf der er selbst mit seiner zweiten Frau und den Türmen von St. Peter und Paul zu sehen ist, schließt die Schau. -res-

 
 

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