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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. November 2016

Haushaltsberatungen: Kinemathek bei Neustart helfen

DIE KINEMATHEK kann zuversichtlich in die Zukunft blicken. Foto: Fränkle

DIE KINEMATHEK kann zuversichtlich in die Zukunft blicken. Foto: Fränkle

 

Kulturetat: Keine Überraschungen bei Beratungen / Unterstützung für Kindermalwerkstatt

Auf ein kommunales Kino mit anspruchsvollem Filmprogramm als Gegengewicht zu kommerziellen Lichtspielhäusern will Karlsruhe auch künftig nicht verzichten. Zwar waren Publikumszuspruch und Marketing in der Vergangenheit eher verhalten, aber mit neuer Geschäftsführung und überzeugendem Konzept soll die Kinemathek nach dem Willen von SPD, Grünen, KULT und FDP eine Chance und zusätzliche Mittel bekommen.

Die mit Sperrvermerk beantragten Summen variierten, das Ziel aller war klar: Ist die Neustrukturierung erfolgreich, fließen die von der SPD favorisierten jeweils 20.000 Euro für die Jahre 2017 und 2018.

Das "Kulturgut Film stärker in Karlsruhe verankern" wollte Dr. Ute Leidig (GRÜNE). Elke Ernemann (SPD) erklärte, eines der letzten kommunalen Kinos des Landes dürfe nicht sterben, und Tom Høyem (FDP) bescheinigte dem Haus "großes überregionales Potenzial." Alle auf Linie, nur CDU-Stadtrat Dr. Albert Käuflein scherte aus. Ihm leuchte nicht ein, warum das bisherige Budget nicht reiche. Für ihn sei das eine Frage der Gerechtigkeit, für die Betroffenen wohl nicht. Nach den Worten von KULT-Stadtrat Dr. Eberhard Fischer hätten Kulturkreis und Kulturring die Erhöhung ausdrücklich befürwortet.

An einem Strang zog der Gemeinderat beim Verein Kindermalwerkstatt, der nach 25 Jahren in Existenznot geraten war. Bislang über die Volkshochschule bezuschusst, kündigte diese die Kooperation auf. Sie aufgeben? Auf keinen Fall, meinten Grüne, Kult, SPD, FDP, Die Linke und GfK und sicherten mit 30.000 Euro (2017) und 20.000 Euro (2018) den Weiterbestand des niedrigschwelligen und günstigen Bildungsangebots für Kinder aus allen Bevölkerungsschichten.

Lediglich kleine Korrekturen nahm der Gemeinderat bei den weiteren Beratungen des Kulturetats vor. So einigte man sich auf Anregung der KULT darauf, die Reduzierung der Aufwendungen des Stadtarchivs für Digitalisierung und Restaurierung zurückzunehmen, andernfalls würden dessen "Kernaufgaben" berührt, meinte Erik Wohlfeil. Gescheitert war die AfD mit der Forderung, beim Badischen Staatstheater weitere fünf Prozent zu kürzen. Es habe die einheitlichen Sparvorgaben mit "etlichen Tricks und Kniffen" reduzieren können und das fand Dr. Paul Schmidt etwa im Vergleich zum Sozialetat "nicht fair."

Während die CDU komplett auf Änderungsanträge verzichtete, war Die Linke mit 14 Einreichungen besonders fleißig. Sie wollte vor allem ungeschehen machen, was bereits im April mehrheitlich beschlossene Sache und ihrer Meinung nach "kulturpolitisch kontraproduktiv" war - die Kürzung der institutionellen Förderung kultureller Einrichtungen "mit der Methode Gießkanne" um 3,6 Prozent. Ohne Erfolg. "Wir werden das Paket jetzt nicht mehr aufschnüren", erklärte CDU-Stadtrat Dr. Albert Käuflein, mit der "gut ausbalancierten Lösung" erreiche man die Sparvorgaben, "ohne Strukturen im Kulturbereich zu zerschlagen." Die Kulturszene könne "schweren Herzens" damit leben, war der Eindruck Elke Ernemanns (SPD) aus Gesprächen, "schmerzhaft" sei so etwas immer.

Auch GRÜNE-Stadträtin Dr. Ute Leidig lobte das "partnerschaftliche Verhalten" der Akteure und warf der Linken vor, sie verweigere sich bei der Haushaltsstabilisierung der Verantwortung. Das von der "Spart´s euch"-Bewegung gezeichnete Horrorszenario vom "Kaputtsparen" stimme "hinten und vorne nicht", ärgerte sich KULT-Sprecher Dr. Eberhard Fischer. Die Solidarität sei groß gewesen, nachdem die "mit Ihrer Desinformation" ausgelösten Missverständnisse ausgeräumt worden waren. Pauschalierungen und Lügen förderten Politikverdrossenheit, meinte dazu FDP-Fraktionschef Tom Høyem. -maf-

 
 

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