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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. November 2016

Kultur: Ein Brückenbauer sagt "Adieu"

NEIMALS GEHT MAN SO GANZ: Kulturdezernent Wolfram Jäger und Centre-Leiter Robert Walter (rechts). Foto: Fränkle

NEIMALS GEHT MAN SO GANZ: Kulturdezernent Wolfram Jäger und Centre-Leiter Robert Walter (rechts). Foto: Fränkle

BISSIGER KOMMENTATOR: Kunst von Tomi Ungerer aus der Sammlung Würth im Centre Culturel. Foto: Fränkle

BISSIGER KOMMENTATOR: Kunst von Tomi Ungerer aus der Sammlung Würth im Centre Culturel. Foto: Fränkle

 

Nach 20 Jahren verlässt CCFA-Leiter Robert Walter die Fächerstadt Ende Dezember

Tomi Ungerer bildet die Klammer. Der elsässische Illustrator, Kinderbuchautor und Zeichner markiert Anfang und Ende der Amtszeit von Robert Walter als Leiter des Centre Culturel Franco-Allemand (CCFA). Nach 20 Jahren sagt der Straßburger mit dem verschmitzten Lächeln Ende Dezember der Fächerstadt "Adieu" - und wie zum Auftakt setzt eine Ungerer-Ausstellung nun auch den Schlussakzent.

Den bissigen Gesellschaftskritiker Ungerer und den geschickten Diplomaten Walter verbindet viel: Beide sind sie Grenzgänger, sind unverzichtbare Brückenbauer und überzeugte Europäer, beiden ist die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich eine Herzenssache und beide kennen sich lange und gut.

Die Nachbarländer "einander ein bisschen näher zu bringen" sei ihm "eine Ehre" gewesen, gab sich Robert Walter am Freitag beim Abschied in der Karlshochschule gewohnt bescheiden und verwies auf rund 1 500 Veranstaltungen der vergangenen, darunter Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Theateraufführungen. Und weiter: "Ich küsse euch alle und danke für das Vertrauen". Ursprünglich für den französischen Staat als "Abwickler" des 1951 gegründeten Institut Français angetreten, habe Walter das Zentrum nicht nur vor der Schließung bewahrt, sondern es ab 2002 als von Stadt und französischem Staat gemeinsam getragener Stiftung "zu neuem Leben erweckt", erinnerte Erster Bürgermeister Wolfram Jäger an die glückliche Wendung. Ein wahrer "Meister des Fundraising" sei der umtriebige Netzwerker gewesen, "flexibel und erfindungsreich".

Große Fußstapfen also für Walters Nachfolgerin. Sie heißt Marléne Rigler und ist derzeit noch Direktorin des Kunstzentrums L116 in Montreuil. Die Auswahl mit Werken Tomi Ungerers aus der Sammlung Würth ist bis 9. Dezember in der Karlstraße 16 b zu sehen. -maf-

 

 
 

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