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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. November 2016

Sport: Pionier des Fußballs

SZENE AUS DEN 30ER JAHREN Der KFV trug seine Heimspiele im "Stadion an der Telegrafenkaserne" an der Hertzstraße aus. Bild: Stadtarchiv

SZENE AUS DEN 30ER JAHREN Der KFV trug seine Heimspiele im "Stadion an der Telegrafenkaserne" an der Hertzstraße aus. Bild: Stadtarchiv

 

Walther Bensemann gründete vor 125 Jahren den KFV

Der Fußball in Karlsruhe trägt einen Namen: Walther Bensemann. Neben vielen weiteren Fußballvereinen und der Zeitschrift "Kicker" gründete er im Jahre 1889 den Karlsruher International Footballclub , aus dem zwei Jahre später, also vor 125 Jahren der Karlsruher Fußballverein (KFV) hervorging.

Bensemann hatte das englische Spiel von einem Internatsaufenthalt in der Schweiz nach Karlsruhe gebracht, wo er das heutige Bismarck-Gymnasium besuchte. "Engländer-Platz" nannte und nennt sich bis heute das Gelände nahe der Schule, auf dem zuerst "gekickt" wurde. Nicht immer zum Wohlgefallen der Lehrer und der Obrigkeit. Jedoch war der Platz von Großherzog Friedrich I. "der gesamten studierenden Jugend Karlsruhes als Spielplatz" überlassen worden.

Die Geschichte des KFV war in der Folge von vielen Aufs und Abs gekennzeichnet. Erster und wohl größter Höhepunkt war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1910. Dies gelang dem Team ein Jahr nachdem mit dem FC Phoenix bereits eine andere Karlsruher Mannschaft den Meistertitel errungen hatte. Bis heute kann keine andere deutsche Stadt zwei Meisterschaften unterschiedlicher Vereine hintereinander verzeichnen.

Spielgelände des KFV war da schon das "Stadion an der Telegrafenkaserne" in der Hertzstraße, das bis zum Konkurs des Vereins im Jahre 2004 dessen Spielort bleiben sollte. Heute spielt der KFV, der älteste noch existierende Fußballverein im Süden Deutschlands, als Gast bei anderen Vereinen in der Kreisklasse C. Dabei hat der derzeit 130 Mitglieder zählende Traditionsverein einstmals über die Jahrzehnte elf Nationalspieler gestellt. Unter ihnen waren die beiden einzigen jüdischen deutschen Nationalspieler Julius "Juller" Hirsch und der unerreichte Rekordtorschütze Gottfried Fuchs, der 1912 im Länderspiel gegen Russland zehn Treffer erzielte. -erg-/-trö-

 

 
 

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