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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Dezember 2016

Radverkehr: Fahrradstadt kommt gut voran

Positives Klima und spürbare Verbesserungen im Gesamtsystem / Wirkungskontrolle zur Radverkehrsförderung des Landes / Abstellanlagen fehlen

Karlsruhe ist in der Radverkehrsförderung sehr gut unterwegs. Es herrscht ein insgesamt positives Fahrradklima, beflügelt von spürbaren Verbesserungen im „Gesamtsystem Radverkehr“.

Zu diesem Ergebnis kommt die erste „Wirkungskontrolle Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg“. In allen untersuchten elf Städten und drei Landkreisen sind deutlich mehr Radfahrende gezählt worden als noch vor fünf Jahren, betonte Verkehrsminister Winfried Hermann Ende November bei Vorstellung der Studie. In Großstädten wie Karlsruhe hätten sich die Werte an einigen zählstellen sogar verdoppelt.

Erstmals hatte das Land 2009 die Radverkehrsförderung systematisch untersucht. „Karlsruhe hatte schon bei dieser sogenannten Nullanalyse eine sehr gute Bewertung - und hat nun in vielen Punkten einen weiteren deutlichen Sprung nach vorne gemacht“, freute sich Bürgermeister Michael Obert. Als vorbildlich hebt die Studie bei den konzeptionellen Grundlagen das 20-Punkte-Programm der Stadt hervor. Positiv vermerkt wurde zudem, dass das Radverkehrsnetz mittlerweile komplett digital vorliegt.

Auch sei die Situation für Radfahrende mit Radfahrstreifen oder Aufstellbereichen an Ampeln optimiert worden. Hervorgehoben wurden neben zahlreichen infrastrukturellen Angeboten auch die vielen Aktivitäten, mit denen für das Radfahren geworben wird. Die Radunfälle haben sich zwar nicht entscheidend zum Positiven verändert. Aufgrund des gleichzeitig deutlich gestiegenen Radverkehrs ist das relative Unfallrisiko der Radler aber spürbar gesunken. Obwohl der Aspekt Verkehrssicherheit stärker in den Fokus gerückt ist und 2014 in einem Gesamtkonzept zur Verkehrssicherheit mündete, äußerten sich in einer Befragung mehr Menschen in puncto Sicherheit deutlich kritischer als 2009. Ob das subjektive Sicherheitsempfinden auch auf die verstärkte Führung der Radler mit Radfahr- oder Schutzstreifen direkt auf der Fahrbahn zurückgeht, bedarf laut Studie weiterer Analysen.

Nach wie vor wird etwa beim Fahrradparken Handlungsbedarf gesehen. Und auf Radfahrstreifen oder Radwegen sollte öfter gegen parkende Kfz vorgegangen werden. Auch der Zukunftsaufgaben, der Bewältigung eines schneller werdenden Radverkehr, müsse sich die Stadt etwa durch Radschnellverbindungen stellen, fasste die mit der Studie beauftragte Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz ihre Empfehlungen zusammen. -rie-

 
 

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