Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Dezember 2016

Stadtbauforum: Wassersensible Planung

Stadtbauforum zu Starkregen und Schutzmaßnahmen

Wie können Bürger sich vor Überflutungen bei Starkregen schützen und welchen Einfluss hat eine wassersensible Stadtgestaltung? Diesen Fragen ging das Stadtbauforum kürzlich im Stephanssaal nach.

Da Entwässerungsnetze und Rückhaltesysteme aus technischen wie wirtschaftlichen Gründen nicht auf intensiven Starkregen ausgelegt werden können, müssen Baumaßnahmen künftig wassersensibel geplant werden. Die Stadtgestaltung müsse zum Ziel haben, Belange der Stadtentwässerung mit der Stadtraumplanung zu vernetzen. Zumal aufgrund des Klimawandels solche Phänomene wohl zunehmen werden.

Zwei Vorträge standen im Fokus. Robert Broesi (Städtebau Amsterdam) ging auf den Aufbau eines modernen Regenwasserkonzepts ein. Dabei stellte er Beispiele aus den Niederlande und Dänemark vor, die multifunktionale Projekte realisiert haben, die Rückhaltebecken und Aspekte der Freizeitgestaltung kombinieren. Albrecht Dörr (Stadtentwässerung Karlsruhe) berichtete über die Vorgehensweise der Stadt Karlsruhe im öffentlichen Bereich. Privatleuten und Gewerbetreibenden demonstrierte er, welche Maßnahmen nötig seien und wie die Gefährdungsanalyse aussieht.

Begrüßt wurde das Auditorium von Bürgermeister Michael Obert. Die Moderation übernahm Martin Kissel (Bereichsleiter Stadtentwässerung) „Wir sollten Regen nicht als Problem, sondern als Chance begreifen“, sagte Broesi. Gerade in den Niederlanden, wo ein Großteil der Fläche unter dem Meeresspiegel liegt, sei das von Bedeutung. Hier wurde ein Becken entwickelt, das in der „Trockenzeit“ als Basketballplatz genutzt wird. Weiterhin werden in einer Tiefgarage Lufträume zu Retentionsbecken. In Roskilde bei Kopenhagen ist ein Rückhaltebecken (700 Meter lang, 900 Meter breit) in „Trockenzeiten“ ein gigantischer Skaterpark. „Starkregen bietet Chancen für die Stadtplanung. Wir müssen die Räume nur besser gestalten“, so Broesi.

Dörr erinnerte in seinem Beitrag an die Unwetter, welches kürzlich die Gemeinde Braunsbach (Hohenlohe) flutete. „Für diese Wassermassen ist kein Kanalnetz gebaut.“ Starke Niederschläge hätten in der Vergangenheit für kritische Zustände in der Nordweststadt oder Palmbach gesorgt. In Karlsruhe gibt es etliche Rückhaltebecken und regelmäßige Sicherheitschecks. Überflutungsgefährdete Gebäude befinden sich an Hangstraßen, an Gelände- und Straßentiefpunkten. Es gibt zudem einen großen Unterschied ob Starkregen im Sommer oder im Winter einsetzt. Da allein das Blattwerk eines Baumes rund drei Liter Wasser aufnimmt. -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe