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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Dezember 2016

Menschenrechtszentrum: 20 Jahre gelebte Solidarität

WICHTIGE ARBEIT: Glückwünsche von OB Dr. Frank Mentrup an den Zentrumsvorsitzenden Dankwart von Loeper  (links). Foto: Knopf

WICHTIGE ARBEIT: Glückwünsche von OB Dr. Frank Mentrup an den Zentrumsvorsitzenden Dankwart von Loeper (links). Foto: Knopf

 

Einrichtung mit Pioniercharakter

Grund zu feiern hatte kürzlich das Menschenrechtszentrum Karlsruhe. Seit 20 Jahren gibt es die Einrichtung mit Pioniercharakter auf dem Schlachthof-Areal. Initiativen wie amnesty international, Freundeskreis Asyl oder der Verein zur Unterstützung traumatisierter Migranten haben hier ihr Domizil.

Bei der Feier im Albert-Schweitzer-Saal entbot Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am vergangenen Samstag seine Glückwünsche zum Jubiläum. „Das Menschenrechtszentrum ist ein wichtiger Bestandteil der Karlsruher Zivilgesellschaft, auch wenn es traurig stimmt, dass diese Institution heutzutage noch mehr gebraucht wird als damals“, betonte der OB. Wenn man sich die Krisenherde in Syrien, der Türkei, oder Afrika anschaue, mache einen das wenig optimistisch. „Diese Einrichtung erfährt hohe Anerkennung und gibt mit seinen Hilfsangeboten wichtige Impulse zur Wertevermittlung“, so Mentrup weiter.

Bei dem Festabend, der von der Sängerin Thabilé mit Afro Soul begleitet wurde, sagte der Vorsitzende des Zentrums, Dankwart von Loeper: „Wir bieten Menschen, die auf der Flucht alles verloren haben, Hilfe zur Selbsthilfe und unsere Solidarität an. Wir gehen einen Stück des Weges mit ihnen. So wie es aussieht, fürchte ich, wird uns die Arbeit nicht ausgehen.“

Vor dem Hintergrund der Lage in der Türkei, kam Ercument Akdeniz zu Wort, Programmdirektor von Hayatin Sesi TV, dem die Sendelizenz entzogen wurde. „Ich beglückwünsche sie zu so einer Einrichtung“, betonte er. Sein Sender sei Opfer des Erdogan-Regimes, das sich zum Ziel gesetzt habe, alle oppositionellen Kräfte zu zerschlagen. Menschenrechte oder Pressefreiheit würden mit Füßen getreten. Akdeniz: „Wir haben eine neue Eskalationsstufe erreicht. Akademiker werden suspendiert, Journalisten verhaftet, TV-Sender geschlossen. Man muss von Säuberungen auf dem Weg zur Einparteien-Diktatur sprechen.“

„Menschenrechte in Gefahr: Flüchtlingskrise, Abwehrhaltung und Willkommenskultur“ nannte Professor Klaus J. Bade seinen Vortrag. Er sprach von einem Versagen der internationalen Gemeinschaft in Hinblick auf die Flüchtlingsbewegungen. Er lobte die Willkommenskultur in Deutschland und warnte davor, dass diese sich zu einer Abwehrkulturverändere. Mit Blick auf die USA um den Populisten und designierten Regierungschef Trump sagte er: „Wenn es eine historische Gerechtigkeit gebe, müsste die USA jedes Jahr eine Million Flüchtlinge aufnehmen.“ -voko-

 
 

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