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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Dezember 2016

Partnerschaften: Ein Ahoi auf das Patenschiff

EINTRAG INS GOLDENE BUCH: Der letzte Karlsruhe-Kommandant, Christian Clausing (links), und sein Chef, Thorsten Marx, verewigten sich in dem Buch, beobachtet von OB Dr. Frank Mentrup. Foto: Fränkle

EINTRAG INS GOLDENE BUCH: Der letzte Karlsruhe-Kommandant, Christian Clausing (links), und sein Chef, Thorsten Marx, verewigten sich in dem Buch, beobachtet von OB Dr. Frank Mentrup. Foto: Fränkle

 

Abschied für die Fregatte / Kommt eine Karlsruhe VI?

Die Fregatte Karlsruhe ist endgültig in ihrem ersten Heimathafen Wilhelmshaven vertäut. Mit Ablauf des Jahres geht sie aus der Fahrbereitschaft der Marine und am 16. Juni 2017 wird die Karlsruhe V außer Dienst gestellt. Damit nimmt eine über bislang 104 Jahre andauernde Geschichte ihr vorläufiges Ende.

Die Karlsruhe I, ein kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine, wurde am 11. November 1912 getauft. Der damalige Kommandant besaß ein Zigarettenetui von der Stadt Karlsruhe, das seither jeder Kommandant an Bord eines Karlsruher Marine-Patenschiffs in Besitz hatte, zuletzt Fregattenkapitän Christian Clausing. Er versprach beim Abschiedsempfang am Samstag, die Bemühungen um eine Karlsruhe VI zu unterstützen: „Ich bin bei Ihnen, ich muss ja das Etui weitergeben.“

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup erinnerte daran, dass die Patenschaft zu einem Marineschiff einstmals, zu Beginn, ein Propagandainstrument gewesen sei, um die Bevölkerung auf bevorstehende Kriegszeiten einzustimmen. Er vergaß auch nicht die nationalsozialistische Zeit, in der die Karlsruhe III dem Faschisten General Franco im spanischen Bürgerkrieg zur Seite stand, um aber ausdrücklich zu betonen, dass die Karlsruhe V Teil einer demokratischen Bundeswehr war und etwa in ihrem letzten Einsatz vor der Küste Libyens eng mit zivilen Rettungsorganisationen zusammengearbeitet habe.

Darauf ging auch der Kommandeur des 4. Fregattenkommandos, Kapitän zur See Thorsten Marx, ein. Die Karlsruhe hatte diesem Kommando angehört. Alle Redner, auch Helmut Barz vom Fregatte-Freundeskreis, gingen auf die Besonderheiten der Patenschaft zwischen der Stadt Karlsruhe und dem Patenschiff ein, das weit weg von der Küste einen „zweiten Heimathafen“ gefunden habe. OB Dr. Mentrup bedankte sich aber auch bei der Friedensbewegung für ihre Einwände gegen eine solche Patenschaft. Wenn es eine Karlsruhe VI geben sollte, werde man demokratisch über eine Patenschaft entscheiden. -erg-

 
 

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