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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Dezember 2016

Verkehrsentwicklungsplan: Knapp die Hälfte in der Umsetzung

LANGSAM FAHREN FÜR MEHR SICHERHEIT: In der Moltkestraße gilt vor der Schule Tempo 30 – eine Maßnahme im Verkehrsentwicklungsplan. Foto: Fränkle

LANGSAM FAHREN FÜR MEHR SICHERHEIT: In der Moltkestraße gilt vor der Schule Tempo 30 – eine Maßnahme im Verkehrsentwicklungsplan. Foto: Fränkle

 

Sachstandsbericht im Planungsausschuss / Viele der 120 Maßnahmen sind Daueraufgaben

Die Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans Karlsruhe (VEP) ist auf gutem Weg. Das geht aus dem zweiten Monitoringbericht hervor, den die Verwaltung dem Planungsausschuss in seiner jüngsten nichtöffentlichen Sitzung vorstellte.

Kernstück des 2012 vom Gemeinderat beschlossenen VEP ist ein Integriertes Handlungskonzept mit über 120 Maßnahmen, die eine möglichst stadtverträgliche Mobilität unterstützen sollen. In der Aussprache deutlich wurden auch unterschiedliche verkehrspolitische Standpunkte. Ausschuss-Vorsitzender Bürgermeister Michael Obert sagte zu, dass der nächste Monitoringbericht mit einer Diskussion in öffentlicher Sitzung im Gemeinderat oder Planungsausschuss einhergehen wird, um der politischen Gewichtung des VEP und seiner Umsetzung mehr Raum zu geben.

Messlatte für die Veränderung der Ist-Situation in Richtung eines stadtverträglichen Verkehrs ist der Modal Split. Hier soll sich der Anteil der Verkehrsträger des Umweltverbunds – zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – am gesamten Verkehrsaufkommen bis 2025 erhöhen, um den Autoverkehr zu reduzieren (motorisierter Individualverkehr 2012: 35 Prozent, Zielgröße 2025: 26 Prozent).

Bei über zwei Drittel der 120 Maßnahmen wurde mittlerweile mit der Vorplanung begonnen, 47 Prozent sind nach der Planung bereits in der Umsetzung. (2014: Beginn Vorplanung 61 Prozent, Beginn Umsetzung 37 Prozent.) Da ein Großteil der Maßnahmen als Daueraufgabe systematisch mitgedacht werden soll, ist der Prozentsprung zwischen 2014 und 2016 nicht mehr so groß, so Obert. Hinzu komme, dass zunächst insbesondere schnell zu realisierende Maßnahmen angepackt wurden. Bei den offenen Bausteinen des VEP finden sich also tendenziell immer mehr vergleichsweise schwierig umzusetzende Maßnahmen. Abgeschlossen sind insbesondere Temporeduzierungen. Im Ausschuss positiv vermerkt wurde, dass der Kriterien-Katalog nun auch Tempo 30 aus Sicherheitsgründen zulässt.

Die Daueraufgabe „Stadt der kurzen Wege“ findet sich als Grundprinzip etwa im Räumlichen Leitbild oder im Rahmenplan Zukunft Nord. Konzepte wie schulisches Mobilitätsmanagement haben als realisierte Bausteine das Laufbusprojekt „Peditram“ oder die Elternhaltestelle. Das „Betriebliche Mobilitätsmanagement“ wurde im Projekt Mobil.Pro.Fit beackert. Zu „Moderne Formen der Mobilität“ gehört etwa der Ausbau des Fächerrad-Verleihsystems. Beim Car-Sharing eröffnet eine Änderung der Straßenverkehrsordnung die Möglichkeit, künftig Stellplätze im öffentlichen Raum auszuweisen.

Bei den einzelnen Verkehrsarten gibt das 20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs die Richtung für Pedaltreter vor. Der „Karlsruher Fußweg“ soll sich künftig verstärkt dem Fußverkehr widmen, ein Anfang ist mit dem Projekt „Gehwegparken“ gemacht. Im ÖV lag der Schwerpunkt der letzten Jahre auf dem Ausbau der barrierefreien Haltestellen. Beim betrieblichen Verkehrsmanagement wurden unter anderem über die Optimierung der Signaltechnik Verbesserungen für den Verkehrsfluss auf der Straße erreicht. Die Lastenrad-Aktion ist neben E-Fahrzeugen ein Aspekt für den Wirtschaftsverkehr. Hier fehlt es jedoch noch an einer grundsätzlichen Aufbereitung des Themas. Informationen unter: www.karlsruhe.de/b3/verkehr.de. -rie-

 
 

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