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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Dezember 2016

Wirtschaftsförderung: Kompetenz in Energie

 

Karlsruhe kann Gründungsbeschleuniger werden

Wie rar und zugleich begehrt neben Wohn- auch Gewerbeflächen am Standort Karlsruhe sind, zeigt sich am Beispiel von L’Oréal, das mehr Raum benötigte und nun sein Logistikzentrum von Hagsfeld nach Muggensturm verlagert. Die Stadt verliert 450 Arbeitsplätze, berichtete Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz dem Wirtschaftsförderungsausschuss in jüngster nichtöffentlicher Sitzung.

Wie die Stadt bedaure das Unternehmen diesen Schritt, der einzig deshalb erfolgt sei, weil „keine adäquaten Flächen in Karlsruhe“ vorhanden gewesen seien. Muggensturm habe umgehend sieben Hektar anbieten können und der Kosmetik-Weltmarktführer eine schnelle Entscheidung treffen müssen. Der Produktionsstandort wird nach wie vor in Karlsruhe sein.

Eine andere Entscheidung zugunsten der gesamten TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) wird auch noch dieses Jahr erwartet. Um die Anerkennung und Förderung als „Start-up-Accelerator“ (Beschleuniger) hat sich das Netzwerk Fokus.Energie unter Beteiligung der Wirtschaftsförderung beim Landeswirtschaftsministerium beworben. Von elf Bewerbern hatten sich sechs in Stuttgart präsentieren dürfen. Bei positiver Bewertung durch das Ministerium könnte sich Karlsruhe neben dem Accelerator Cyberlab des Cyberforums im IT-Bereich dann über einen zweiten Standort im Bereich Energie freuen und sich damit nachhaltig als Gründungsstätte überregionaler Bedeutung positionieren. Energie ist neben IT und Mobilität eine der Säulen und Kernkompetenzfelder der TRK.

„Brücken bauen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“ möchten auch Karlsruhes Technologietransfermanager. Die zum 1. April diesen Jahres eingerichtete und noch bis Ende 2019 durch das Land geförderte Stelle ist zu gleichen Teilen bei Stadt und Handwerkskammer Karlsruhe angesiedelt. Auf Wunsch des Ausschusses stellten Andrea Bühler und Bodo Koltze ihre Arbeit vor, die vor allem auf Netzwerken und Vermitteln abzielt. Allein dieses Jahr gab es bereits rund 350 Kontaktaufnahmen, die unter anderem darin mündeten, dass Fachkräfte Seminare und Workshops oder Master-Arbeiten in vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen durchführen konnten. Mehr Infos auf www.technologietransfer-aus-karlsruhe.de.

Der Ausschuss befasste sich ferner mit einem FDP-Gemeinderats-Antrag, die Möglichkeit einer neuen Markthalle zur Belebung der östlichen Kaiserstraße zu prüfen. Die Verwaltung hat sich umfassend über andere Markthallen informiert, einige besichtigt. Aufgrund gewonnener Erkenntnisse sowie Karlsruhes Handels- und Marktstruktur rät sie von einer klassischen Markthalle ab. Luczak-Schwarz erklärte, eine Realisierung etwa eines Food-Courts könnte diskutiert werden - wenn sich Investoren fänden und Grundstücke vorhanden wären. Beides ist zurzeit nicht der Fall. Kommunale Subventionierung käme nicht infrage. -mab-

 
 

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