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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Dezember 2016

Kultur: Auf den Spuren der Vorfahren

BESUCHTE "SEINE" AUSSTELLUNG: Don Levis mit Museumsleiter Pretsch, Gestalter Serger und Erster Bürgermeister Jäger (von links) im Stadtmuseum bei der Knopf-Präsentation. Foto: Fränkle

BESUCHTE "SEINE" AUSSTELLUNG: Don Levis mit Museumsleiter Pretsch, Gestalter Serger und Erster Bürgermeister Jäger (von links) im Stadtmuseum bei der Knopf-Präsentation. Foto: Fränkle

 

Urenkel von Levis-Knopf besuchte Warenhaus-Schau

Mit sehr gemischten Gefühlen von Heimat und Erinnerung einerseits, aber auch Angst und Trauer andererseits, ist Don Levis durch das Kaufhaus Karstadt und durch die Ausstellung im Stadtmuseum über die Kaufhauskette Knopf gegangen.

Don Levis ist der Urenkel von Max Knopf, bei dem alle vier Stränge der Kaufhausdynastie zusammengelaufen waren und der mit dem Stammhaus in der Kaiserstraße eine ganze Reihe von Warenhäusern geführt hatte. Zudem lag hinter dem Gebäude das Zentrallager, von dem aus alle Knopf-Häuser sowie auch andere Warenhausketten beliefert worden.

Don Levis ist 1946 in Amerika geboren, er war der erste Spross der Familie, der in den USA auf die Welt gekommen war. Seine Eltern Carl und Margret Levis hatten 1938 mit nur sehr wenig Geld Deutschland verlassen müssen, denn der Spott-Kaufpreis der Warenhäuser lag auf einem Sperrkonto, an das die jüdischen Besitzer nicht rankommen konnten. Don Levis' Großeltern, Arthur und Margarete Levis, die eine Tochter von Max Knopf war, haben Deutschland erst 1940 verlassen können, weil der national gesinnte Arthur noch lange an ein baldiges Ende des Nazi-Spuks geglaubt hatte.

Bernd Serger, ehemaliger Leiter der Heimatredaktion bei der Badischen Zeitung in Freiburg, hat eine Ausstellung über die verschiedenen Knopf-Warenhäuser in Südbaden zusammengestellt. Bei den Recherchen ist er mehr oder weniger zufällig auf Don Levis gestoßen, der dann für die Wanderausstellung aus seinem Familienarchiv Dokumente, Fotos und andere Exponate zur Verfügung gestellt hat.

Da die Schau in Karlsruhe besonderes Augenmerk auf die Arbeit von Max Knopf und seiner Schwester Johanna wirft, hat sich Levis bereit erklärt, die Dokumente dem Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen. Dass es neben der Max-Linie noch drei andere Zweige der Kaufhausfamilie gegeben hatte, wusste Levis nicht. Stadtmuseumsleiter Dr. Peter Pretsch ergänzte, dass dies Mitgliedern der anderen Zweige nicht anders ging. Sie haben sich bei Eröffnung der Ausstellung teilweise zum ersten Mal getroffen.

Don Levis war nach Karlsruhe gekommen, weil seine Töchter Emily und Caron ihre Geschichte und ihre Familienwurzeln kennenlernen wollten. Erster Bürgermeister Wolfram Jäger hat die Gäste aus New York herzlich begrüßt und Don Levis als Gastgeschenk zwei Bücher über jüdisches Leben übergeben. -erg-

 
 

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