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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Februar 2016

Kultur: Offenes Experimentierfeld für alle

Über seine Sicht der Stadtgründung erzählt Markgraf Karl Wilhelm auf einer zwei- und dreidimensionalen, 18,5 Meter breiten Projektionsfläche im neuen Turmzimmerkino. Foto: BLM

Über seine Sicht der Stadtgründung erzählt Markgraf Karl Wilhelm auf einer zwei- und dreidimensionalen, 18,5 Meter breiten Projektionsfläche im neuen Turmzimmerkino. Foto: BLM

 

Badisches Landesmuseum will mit neuer Konzeption Besuchende zu Nutzern machen

Das Badische Landesmuseum der Zukunft wirft seine Schatten voraus: mit dem sinnlich-farbenprächtigen und gemütlichen Karl-Wilhelm-Kino im Turmzimmer à la Schlosslichtspielen und der Schau „Objekte mit Geschichte“ mit Entdeckungen aus den Depots.

Mit ihrem neuen Konzept wollen Museumschef Prof. Dr. Eckart Köhne und sein zehnköpfiges Team die innovative Tradition des Hauses fortsetzen. Offen bis in den Park bei frei zugänglichen  Balkons wird das BLM  den Bürgerinnen und Bürgern als Besitzern seiner rund 370 000 Schätze  direkten Zugang zu und die Auseinandersetzung mit ihnen ermöglichen. Wie in einem Archiv oder einer Bibliothek, direkt und über ein auch im Netz verfügbares digitales Erfassungssystem. Dort  können Objekte recherchiert und bestellt werden. Möglich macht all das auch die notwendige Generalsanierung ab 2019, bei der das Innere des Schlosses nach der Jubiläumsschau über den Türkenlouis wieder zum Rohbau wird und neu gestaltet werden kann.

Statt der bisherigen 16 Abteilungen soll es die vier Themenbereiche „Antike Kulturen in Nordeuropa und im Mittelmeerraum“, “Von der Religion zur Revolution – Europa von seinen christlichen Ursprüngen  bis zur französischen Revolution“, „Baden“  sowie “Weltkultur“ geben. Mit jeweils drei Schwerpunkten: einer konzentrierten Dauerausstellung samt kostbaren Highlights, vierjährigen Präsentationen unter aktuellen Fragestellungen und Bezug zur Gegenwart sowie einer Expothek.

Letztere ist Schaudepot als „Archiv der Dinge“, variabler Arbeitsraum für Forschung und Seminare von Einzelpersonen wie Gruppen und außerdem angenehmer Ort für Austausch und Kommunikation. Nutzer können hier auch eigene Ausstellungen aufbauen und interpretieren, die Kuratoren verzichten dabei in einem offenen Prozess auf  ihre „Deutungshoheit“. Ob das alles so funktioniert, will das Team ab Frühjahr 2017 in der Ur- und Frühgeschichte, der ältesten und renovierungsbedürftigsten  Präsentation ausprobieren. Für Kinder soll es neben interaktiven Angeboten in den Expotheken zusätzlich den „Kid´s Culture Campus“ als eigenes Museum geben.

Die dafür notwendigen Depots wünscht sich das Team auch in einem zusätzlichen Neubau in der dafür bereits genutzten Majolika. Im Schloss  erschließt sich dem Publikum alles in einem Rundgang über zwei Ebenen, in einer von aktuell 900 auf dann 1500 Quadratmeter vergrößerten Präsentationsfläche. Dazu kommen ein neues, vergrößertes Foyer mit Shop, Garderobe, Museumscafé und einem für Gruppen geeigneten Fahrstuhl. -cal-

 
 

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