Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Februar 2017

Stimmen aus dem Gemeinderat: CDU: Stadtentwicklung aus regionaler Sicht

Tilman Pfannkuch, Vorsitzender CDU-Fraktion

Tilman Pfannkuch, Vorsitzender CDU-Fraktion

 

Die Anforderungen an die Kommunen sind in den letzten Jahren in verschiedenen Richtungen gewachsen. Die Anforderungen an die Infrastruktur steigen ständig. Zur kommunalen Daseinsvorsorge, zählt zum Beispiel der ÖPNV, die Kindergärten oder Schulen, inzwischen wieder die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums und die Organisation einer reibungslosen Seniorenpflege. Schwimmbäder, Stadtbüchereien und Volkshochschulen sind gleichfalls selbstverständlich geworden.

Allerdings reichen die meisten Anstrengungen der kommunalen Einrichtungen lediglich bis an die jeweilige Stadtgrenze, also bis zur sprichwörtlichen Kirchturmspitze. Das darüber liegende Ziel, nämlich die Entwicklung eines gemeinsamen regionalen Wirtschafts- und Sozialraumes ist nur über eine vereinbarte Zusammenarbeit möglich, sie ist sogar unerlässlich. Dabei kommt den "großen" Städten, den sogenannten Oberzentren, eine besondere Rolle zu. Die wirtschaftliche Prosperität, dieser regionalen Oberzentren wie beispielsweise Karlsruhe, Mannheim, Ulm oder Stuttgart bietet die Grundlage für die Bewältigung der heutigen und künftigen sozialpolitischen Herausforderungen. Die großen Städte ziehen wirtschaftliches Potential an sich und induzieren die wirtschaftliche Dynamik flächendeckend. Die großen Städte halten die Sozialinfrastruktur vor.

Die Regionalplanung muss überdacht werden

Es erscheint deshalb notwendig Stadtplanung vermehrt auch gemarkungsübergreifend zu verstehen und zu betreiben. So steht mittels einheitlicher Regionalpläne zwar die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Planung zur Verfügung. Nicht alle Chancen werden jedoch durch die darauf folgenden Verfahrensstufen genutzt. Gerade die Flächennutzungsplanung ist eine Herausforderung der Ballungsräume. Das aktuelle laufende Feststellungsverfahren zum Flächennutzungsplan 2030 im Nachbarschaftsverband Karlsruhe ist ein solches Beispiel.

Ein regionales Räumliches Leitbild als Impuls für starke interkommunale Zusammenarbeit setzen

Diese Prozesse könnten, analog zur Erstellung des Räumlichen Leitbildes der Stadt Karlsruhe, durch ein Räumliches Leitbild auf regionaler Ebene deutlich unterstützt werden. Besonders urbane Zentren brauchen Regionalräumliche Leitbilder. Somit wäre es möglich, gemeinsam erarbeitete Ziele mit Beispielen wechselseitiger Auswirkungen solcher Zusammenarbeit darzustellen und erfolgreich mit diesen Beispielen zu werben. Es würde auch deutlich werden, welche Folgen entstehen, wenn gemeinsames Handeln unterbleibt. Die Erarbeitung Regionalräumlicher Leitbilder, solcher vorbereitender Kommunikationsprozesse sind aufwendig. Dieser Planungsprozess muss von erfahrenen Experten unter Einbeziehung der betroffenen Kommunen und gewählter Vertreter im Planungsumfeld begleitet werden. Am Ende eines solchen Verfahrens könnte die Verständigung auf gemeinsame Ziele und wenn möglich die Festlegung eines Zeitplanes für die weitere Vorgehensweise, vielleicht schon die Festlegung konkreter gemeinsamer Projekte sein.

Tilman Pfannkuch
Vorsitzender CDU-Fraktion

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe