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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Februar 2017

Zu Ehren eines fast Vergessenen

DIE NAMENTLICHE RÜCKKEHR von Musiker Levi am Badischen Staatstheater (BST) ermöglichten und würdigten (v.L.) Schneider (Wagnerverband), EB Jäger, BST-Generalintendant Spuhler und Initiator Sieber. Foto: Felix Grünschloss

DIE NAMENTLICHE RÜCKKEHR von Musiker Levi am Badischen Staatstheater (BST) ermöglichten und würdigten (v.L.) Schneider (Wagnerverband), EB Jäger, BST-Generalintendant Spuhler und Initiator Sieber. Foto: Felix Grünschloss

 

Theatervorplatz trägt offiziell den Namen des jüdischen Dirigenten Hermann Levi

Der bislang namenlose Vorplatz beim Badischen Staatstheater heißt nun offiziell Hermann-Levi-Platz und erinnert fortan an den nahezu in Vergessenheit geratenen jüdischen Musiker und Komponisten. Kurz vor der Uraufführung der als Auftragswerk an Avner Dorman vergebenen politischen Oper "Wahnfried" zur Geschichte des Wagner-Clans enthüllten am Samstagabend Hans-Michael Schneider vom Wagner-Verband, Erster Bürgermeister Wolfram Jäger, Generalintendant Peter Spuhler und der frühere Verwaltungsdirektor des Staatstheaters und Initiator Wolfgang Sieber das Schild samt Tafel. Mehr noch: Im Foyer des Theaters informiert eine Ausstellung über "Ein Solitär namens Hermann Levi".

Levi (1839 - 1900) zählte zu den größten Dirigenten seiner Zeit, war von 1864 bis 1872 gefeierter Hofkapellmeister in Karlsruhe. Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn zählt das Dirigat der Uraufführung von "Parsifal" 1882 in Bayreuth. Passend dazu erklang bei der kleinen Feierstunde jetzt ein Fanfarenstück der Wagner-Oper. Levi stehe "geradezu archetypisch für das Schicksal des Judentums in Deutschland", betonte Jäger in seiner Festrede. Zu Lebzeiten verehrt, wurde später nicht nur Levis Mausoleum in Garmisch-Paten-kirchen, sondern auch "sein gesamtes Andenken durch die Nazis grundlegend zerstört". Mit der "klugen und überfälligen Anregung des Staatstheaters" kehre Levi in die badische Residenz zurück, "er möge sie nie mehr verlassen". -maf-

 
 

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