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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Februar 2017

Kultur: Mit Etruskern das Leben genießen

VIEL zu entdecken gibt es im BLM – so den frisch restaurierten Prunkkamm aus Schildplatt in der Kunst- und Wunderkammer. Foto: BLM

VIEL zu entdecken gibt es im BLM – so den frisch restaurierten Prunkkamm aus Schildplatt in der Kunst- und Wunderkammer. Foto: BLM

 

Badisches Landesmuseum wartet in Karlsruhe mit drei neuen Ausstellungen auf

Seinem Ruf als wichtigem kulturellen Anziehungspunkt wird das Badische Landesmuseum (BLM) auch 2017 wieder gerecht.

Die noch bis 18. Juni laufende Schau über den ägyptischen Gigantomanen Ramses II. zieht Menschen jeglicher Couleur an, bis heute rund 28.000 (Vorträge am 2. März, 18 Uhr, und am 23., 19 Uhr). Zu den Heimattagen wird der Schwarzwald in einem Zwiegespräch von traditionellem Handwerk und Design stilvoll aufgemischt. Die Präsentation „#Waldschwarzschön – Black Forest remixed!“ (14. April bis 7. Januar 2018, Museum beim Markt) verpasst Altbekanntem neue Erscheinungsbilder: So wird der Bollenhut mit seinen roten Wollkugeln zum Hocker, die Kuckucksuhr faltet ein Origamimeister komplett aus einem einzigen Streifen Papier. Und selbstverständlich fehlt ein modernes Fahrrad aus dem Material der Draisine (Holz) nicht.

Vom 30. September bis 5. August 2018 geht die Schatzsuche in den Depots mit der Volontärsschau „Zweck fremd?! Den Dingen auf der Spur“ weiter. Gefunden haben die Jungforscher Dinge, deren Zweck heute verloren ist oder deren Erscheinungsbild sich gewandelt hat. So entpuppt sich eine hölzerne Apparatur mit Löchern als eine bis in die 1970er Jahre produzierte Mausefalle, in der die Nager qualvoll ertranken. So etwas hatten die Stars der großen Sonderausstellung des Landes, die am 16. Dezember beginnt, nicht zu bieten, dafür aber „Weltkultur im antiken Italien“.

Die Etrusker, deren Schrift immer noch nicht vollständig entschlüsselt ist, erscheinen so rätselhaft wie faszinierend. Vom 10. bis 1. Jahrhundert vor Christus drückten sie vor allem der Toskana ihren „internationalen“ Stempel auf, geprägt von weit verzweigten Handelsbeziehungen mit Griechen, Kelten, Phöniziern, Karthagern und Ägyptern. Ihr Reichtum gründete auf Bergwerken, deren Metalle sie virtuos in Kunst- und Alltagsgegenstände, auch prachtvollen Schmuck verwandelten und mit denen sie handelten. Gleiches taten sie mit den Früchten des Landes.

Das Leben genossen sie in blühenden Stadtstaaten. Da fanden sich komfortable Wohnhäuser und mit buntem Reliefdekor geschmückte Tempel. Bildkunst mit eleganten Linien und leuchtenden Farben, auch auf Urnen oder Särgen, zeugt von Liebe zur Schönheit und von Sinnesfreudigkeit, gelebt in wohl gleichberechtigten Beziehungen mit wechselnden Partnerinnen und Partnern. Legendär sind die Darstellungen von gemeinsam gefeierten üppigen Gelagen. Die Schau dauert bis 17. Juni 2018 und wartet mit über 400 Exponaten auf. Die meisten stammen aus Rom oder Florenz und sind in Deutschland erstmals zu sehen.

Vergangenes Jahr kamen 140000 Kulturfans ins Schloss (20000 mehr als 2015 und 247000 insgesamt inklusive Zweigmuseen). Allein 50000 „ritten“ auf den hiesigen Spuren von Cowboys und Indianern und mehr als 60000 tauchten bisher in die fantasievolle, dauerhaft präsentierte 3D-Animation über Stadtgründer Karl Wilhelm ab. -cal-

 
 

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