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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Februar 2017

Kultur: Stober-Preis für Lisa Kränzler

NUR VORDERGRÜNDIG plakativ kommen die Arbeiten von Lisa Kränzler in der Städtischen Galerie daher. Foto: ONUK

NUR VORDERGRÜNDIG plakativ kommen die Arbeiten von Lisa Kränzler in der Städtischen Galerie daher. Foto: ONUK

 

„Lisa Kränzler nimmt das Erzählen ernst, ist Literatin und Künstlerin, die Bilder malt. Sie vermischt die Gattungen nicht, sondern verfremdet sie“, charakterisierte der Maler Franz Ackermann das Werk der Werner-Stober-Preisträgerin beim Mediengespräch. Bereits hochkarätig für ihre Romane „Export A, Nachhinein“ und den Text „Lichtfang“ ausgezeichnet, ist der Stober-Preis nun der erste, den Kränzler allein für ihr künstlerisches Werk erhält.

Neben 5000 Euro Preisgeld ist damit eine bis 7. Mai laufende Ausstellung in der Städtischen Galerie verbunden. Dort hat die Absolventin der Kunstakademie, die von 2005 bis 2010 bei Anselm Reyle, Günter Umberg, Andreas Karl Schulze, Rainer Split und Tatjana Doll studierte, bei letzterer 2011 als Meisterschülerin, sieben großformatige, farbenfrohe und freche  Werke in einer Koje zusammen komponiert.

„Zum Kucken“ animieren will sie bei allen, ganz genau hinschauen muss man allerdings bei der 110-teiligen Serie „KUX“. Wer die teilweise geschwärzten oder pink markierten „Zeichenzeichnungen, Zettel, Fetzen“ (Kränzler)  liest oder als Bild betrachtet, erhält einen (Bau)-Teil ihrer „Riesenschreibmaschine“. Die soll mit der ganzen Kraft des Körpers zu bedienen sein, fungiert  aber ebenso  als Denkgebäude, das die Künstlerin im Dialog mit Tomaso Carnetto, Leiter der Frankfurter Visual Academy of Art, entwickelt.

Zu lesen ist: „Wir heben die riesenschreibmaschine vom grund des bewusstseins/daseins/mensch – und maschinist-seins (…) aus der tiefe d.h. aus unerfindlichen / unergründigen gründen heraus, bauen sie der sonne entgegen in den himmel hinein.“  Auf das wie die sechs weiteren Werke mit Lack  und Tusche gemalte Bild eines Wals mit weit geöffnetem Maul samt martialischer Zähne mit Titel „Natural Woman“ verweisen in „KUX“ die Sätze: „Schrei es, wie du es meinst, ich bin der Wal, Moby Dick, Femme Fatwal, Walküre, Kränzhild, Gundalis.“

Die buntschillernde, mit rosa Kommentaren versehene Arbeit „17:15 PM“ bietet unter anderem die Deutungsmöglichkeiten an:  „Japanischer Wandschirm mit Insellandschaft (Seelandschaft gab´s keine) und chagallige Buntflächen vulgo Kitschfarben, bei denen mir Schamesröte und Galle kommen“. -cal- 

 
 

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