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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Februar 2017

Stadtgeschichte: Schöpfer des Jugendstils

IN SEINEN BAUTEN hat sich Billing teils ganz konkret verewigt. Foto: Fränkle

IN SEINEN BAUTEN hat sich Billing teils ganz konkret verewigt. Foto: Fränkle

 

Zum 150. Geburtstag Hermann Billings, der Karlsruhe prägte

Hermann Billing gehört unzweifelhaft zu den Hauptvertretern des Jugendstils. Gemeinsam mit Curjel & Moser machte er Karlsruhe um 1900 zu einer bedeutenden Architektenstadt.

Aus einer Baumeisterfamilie stammend, wurde er am 7. Februar 1867 in Karlsruhe geboren. 1883 nahm Billing ein Studium an der Kunstgewerbeschule auf, später wurde er ein Schüler Josef Durms. Nach vier Semestern brach Billing sein Studium ab und ging nach Berlin. Dort arbeitete er als freier Architekt und erhielt seine entscheidende stilistische Prägung.

Nach seiner Rückkehr 1892 nach Karlsruhe begann die Hochphase seines Schaffens. Dazu zählen die Bauten in der Baischstraße, die Hofapotheke und der Brunnen am Stephansplatz. Gerade die Proteste gegen den Brunnen zeigen aber auch, dass Billings unkonventioneller Stil mitunter als Affront gegen zeitgenössische Bauformen aufgefasst wurde. Über Karlsruhe hinaus errichtete Billing unter anderem die Bremer Weserbrücke, die Kunsthalle in Mannheim, das Rathaus in Kiel, die Staatliche Kunsthalle in Baden-Baden und das Kollegienhaus der Universität Freiburg.

Seit 1901 wirkte Hermann Billing als Lehrer an der Kunstakademie. 1907 erhielt er einen Ruf an die Technische Hochschule. In den 1920er Jahren war Billing Direktor der Akademie der bildenden Künste und Direktor der Badischen Landeskunstschule. Nach 1918 nahm seine Bedeutung als Architekt trotz weiterer Großprojekte ab. Der preisgekrönte Entwurf zur Bebauung des Ettlinger Tors und des Festplatzes blieb wegen der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen unvollendet. Bis zu seinem Tod am 2. März 1946 entwarf der Architekt insgesamt rund 300 Bauten in ganz Deutschland.

Billings persönlicher Stil ist geprägt von Offenheit für Neues und Modernes. Die monumentalen und verspielten Bauten weisen die gekonnte Kombination vielfältiger Formen aus unterschiedlichen Epochen und Stilen auf. -ps-

 
 

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