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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. März 2017

Jobcenter: Bei Vermittlung vorn

Jobcenter präsentierte im Sozialausschuss Bilanz

Als „ausgesprochen günstig“ bewertet das Jobcenter Karlsruhe den hiesigen Arbeitsmarkt und zieht auch für 2016 eine positive Bilanz. Die Zahl der Arbeitssuchenden sank. Waren im November letzten Jahres noch 5 226 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet (3,2 Prozent), ist deren Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 642 Personen gesunken.

Mit rund 3 900 Integrationen in Arbeit und Ausbildung bis Jahresende belege die Karlsruher Behörde erneut „einen der vordersten Ränge vergleichbarer Jobcenter in Baden-Württemberg“, berichtete Jobcenter-Geschäftsführer Hans-Peter Kölmel jüngst im Sozialausschuss. Wichtig dabei: Die Nachhaltigkeit. Fast zwei Drittel der Vermittlungen überdauerten sechs Monate. Auch bei Langzeitarbeitslosen vermeldete Kölmel Erfolge. Die Anstrengungen vieler Netzwerkpartner hätte deren Zahl von 8.820 (2015) um 207 auf 8.613 sinken lassen.

Strukturwandel macht Probleme

Insgesamt wurden 2016 rund 7,8 Millionen Euro an Eingliederungsleistungen für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen eingesetzt. Dabei gab das Jobcenter Karlsruhe allein 2,5 Millionen für berufliche Fort-und Weiterbildung aus, um Kunden dauerhaft und existenzsichernd in Arbeit zu bringen. Arbeitslosigkeit sei hier in der Region kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Problem, machte Arbeitsagentur-Chef Ingo Zenkner einmal mehr deutlich. Viele offene Stellen blieben unbesetzt, vor allem für die zunehmende Digitalisierung seien viele Arbeitslose nicht gewappnet. Die einzige Antwort darauf sei Qualifizierung, am besten in kleinen Modulen statt in einem Rutsch. „Wir müssen schauen, dass sich der Bezug von Sozialleistungen nicht vererbt“, so Zenkner. Auch den Übergang von Schule und Beruf gelte es genau zu beobachten. Wer dabei meine, Flüchtlinge seien die Fachkräfte von morgen, müsse viel Geduld haben, „es wird uns gelingen, aber nur auf lange Sicht.“

Qualifizierung unverzichtbar

Qualifizierung sei der Schlüssel zum Arbeitsmarkt, herrschte im Sozialausschuss Konsens. Hilfreich seien maßgeschneiderte Förderinstrumente und eine langfristige Planung, bezog sich SPD-Stadträtin Gisela Fischer auf einen Antrag der Grünen im Gemeinderat, wonach Integrationsprogramme des Bundes diese Voraussetzungen erfüllen sollten. „Wir müssen langfristig denken“, betonte auch CDU-Stadträtin Marianne Köpfler. GRÜNE-Stadtrat Michael Borner kritisierte, dass Bundesmittel für Eingliederung nicht in voller Höhe für den vorgesehenen Zweck verbraucht würden, „das Geld steht uns zu“, im Sinne der Bürgerinnen und Bürger müsse man noch enger kooperieren. „Die Menschen sind es uns wert“ unterstrich Bürgermeister Martin Lenz, dass das kommunale Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen trotz Haushaltskonsolidierung nicht an-getastet worden sei. -maf-

 
 

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