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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. März 2017

Wochen gegen Rassismus: Für Werte einstehen

Fünfte „Wochen gegen Rassismus“ vom 10. bis 26. März

Für Offenheit und Toleranz werben die fünften „Karlsruher Wochen gegen Rassismus“ vom 10. bis 26. März. Die mittlerweile fünfte Ausgabe der Reihe des städtischen Kulturamts und seiner 100 Kooperationspartner will Vorurteilen, Populismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wieder positive Werte, Überzeugungen und Visionen entgegensetzen.

Mehr als 110 Veranstaltungen stehen zur Wahl, darunter Workshops, Diskussionen, Filme, Konzerte und Theater sowie Angebote speziell für Kinder und Jugendliche. Dabei bilde die „Rolle der Sprache“ einen Schwerpunkt, bezog sich OB Dr. Frank Mentrup bei der Pressekonferenz auf Hass, Hetze und für die politische Kultur schädliches „ungehemmtes Daherreden“ im Internet.

Passend zum Thema spricht bei der Eröffnungsfeier am Freitag, 10. März um 19.30 Uhr im Rathaus am Marktplatz außer ihm auch die Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay. Ihre jüngste Aktion „#Organisierte Liebe“ ermutigt dazu, dem Phänomen „Hate Speech“ laut und vernehmbar zu begegnen und „das Aussprechen dessen, wofür wir einstehen“ als „politischen Akt“ zu begreifen, wird Gümüşay im Programmheft zitiert.

In Deutschland müsse Liebe organisiert werden, der Hass sei es längst. Kultur als Recht für alle sei als „Kernauftrag“ im städtischen Kulturkonzept verankert, sagte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche. Mit Projektleiter Christoph Rapp appellierte sie, sich während der „Wochen gegen Rassismus“ zu informieren, auszutauschen und bereichern zu lassen, „am Ende werden wir klüger sein“.

Alltäglicher Rassismus ist auf dem Vormarsch. Über „Die neue Rechte“ referiert Stephan Hebel am 11. März im IBZ, über „Islam in Deutschland“ Prof. Dr. Mathias Rohe am 13. März im Ständehaus. Wie schnell „Der Rassist in uns“ zutage tritt und die Mechanismen von Privilegierung und Diskriminierung greifen, wird offenbar, wenn eine beliebige Gruppe von Menschen anhand äußerer Merkmale getrennt wird. Jürgen Schlichers Film „Blue Eyed Workshop“ zeigt das Tollhaus am 14. März, danach folgt ein Vortrag. Die Studie „Gespaltene Mitte, Feindselige Zustände“ der Friedrich-Ebert-Stiftung liefert am 16. März ebenfalls dort Diskussionsstoff. Und immer wieder werden Interessierte mit „Wir laden ein“ zu einem Blick über den Tellerrand bei Initiativen und Religionsgemeinschaften aufgefordert. -maf-

 
 

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