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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. März 2017

Kriminalstatistik: Sicherheitslage leicht verbessert

GARANTEN DER SICHERHEIT: Die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums haben auch vergangenes Jahr einen guten Job gemacht. Die Kriminalitätsrate ging in Karlsruhe um 4,5 Prozent zurück. Foto: Fränkle

GARANTEN DER SICHERHEIT: Die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums haben auch vergangenes Jahr einen guten Job gemacht. Die Kriminalitätsrate ging in Karlsruhe um 4,5 Prozent zurück. Foto: Fränkle

 

Karlsruhe verzeichnete 2016 weniger Straftaten als im Vorjahr / Im Landkreis Zunahme an Delikten

Die Zahl der Straftaten ist in Karlsruhe 2016 um 4,5 Prozent gegenüber 2015 zurückgegangen, der Landkreis hingegen verzeichnete einen Anstieg um 6,9 Prozent. Diesen gegenläufigen Trend in Stadt und Umland in Sachen Sicherheit zeigt die Kriminalstatistik 2016 des Polizeipräsidiums Karlsruhe auf.

Beim Polizeipräsidium Karlsruhe insgesamt ist die Zahl der ermittelten Straftaten um 0,9 Prozent gesunken. In dem zum Präsidium zugeordneten Gebiet aus Stadt- und Landkreis Karlsruhe, Stadtkreis Pforzheim, Enzkreis und Landkreis Calw, in dem 1,2 Millionen Menschen leben, gingen die bekannt gewordenen Fälle von 70651 im Jahr 2015 auf 70043 zurück. Wie Polizeipräsident Günther Freisleben bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2016 betonte, verbesserte sich neben dem leichten Minus bei den reinen Fallzahlen auch die Aufklärungsquote – und zwar um 1,1 Prozent auf 58,2 Prozentpunkte.

Die Lage im Gebiet des Polizeipräsidiums Karlsruhe, vor allem aber in der Fächerstadt selbst, beurteilte Freisleben als „insgesamt sehr sicher“ und war „mehr als zufrieden mit der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen“. Diesen gelinge es „trotz der geringsten Personalausstattung im Polizeidienst seit Jahrzehnten und der hohen Einsatzbelastung“, zu einem kontinuierlichen Rückgang der Kriminalitätsrate entscheidend beizutragen.

Problem Aggression

In der aktuellen Entwicklung besonders augenfällig ist der Rückgang der Eigentumskriminalität, die etwa bei Wohnungseinbrüchen ein Minus von 13 Prozent aufweist, bei gleichzeitigem Anstieg der Aggressionsdelikte (plus 4,1 Prozent) und einer deutlichen Zunahme der Rauschgiftkriminalität. Die erreichte 2016 mit insgesamt 4110 Fällen die höchste Zahl seit zehn Jahren. Bei den Aggressionsdelikten bereitet dem Polizeipräsidenten neben der steigenden Zahl von Körperverletzungen und Schlägereien auf der Straße oder in Bahnen vor allem die Gewalt gegen Polizeibeamte große Sorge. Diese würden nicht nur bei der Durchsetzung von Zwangsmaßnahmen, bei Demos oder im Umfeld von Fußballspielen angegriffen, sondern zunehmend auch bei alltäglichen Einsätzen wie bei häuslichen Auseinandersetzungen oder bei Fahrzeugkontrollen.

Das Auseinandertriften in der Entwicklung der Kriminalität von Verbesserungen in der Stadt bei gleichzeitiger Verschlechterung im Landkreis sah Freisleben als „Verdrängungseffekt“, gegen den die Polizei Maßnahmen ergreife.

Weniger Raubüberfälle

In der Inventurliste für Karlsruhe zeigt die Statistik die deutlichste Abnahme beim Computerbetrug von 180 auf 28 Fälle (minus 84,4 Prozent). Deutlich zurück von 21 auf 10 Fälle ging auch der Handtaschenraub. Ein Minus von 32 Prozent gab es bei schweren Diebstählen von oder aus Kraftfahrzeugen, ein Minus von 21,8 Prozent bei den Ladendiebstählen. Und auch die Zahl der Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen ging spürbar zurück. Sie sank 2016 gegenüber dem Vorjahr von 142 auf 111 Fälle oder um 21,8 Prozent.

Angestiegen sind hingegen die sexuellen Beleidigungen (plus 28,2 Prozent), die Fälle von Raub in Zahlstellen oder Geschäften (von 7 auf 13), der Diebstahl aus Dachspeicher oder Keller (von 27 auf 47) sowie die schweren Ladendiebstähle (von 170 auf 213 Fälle). Und die Zahl der Rauschgiftdelikte ging in Karlsruhe von 1487 im Jahr 2015 auf 1766 Fälle nach oben. -trö-

 
 

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