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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. März 2017

Heimattage: Blick auf Wandel und Bewegung

FARBENPRACHT UND VIELFALT: Die traditionellen Trachtengruppen prägen wie zeitgenössische Erscheinungsformen das Bild der Heimattage. Eigens kreiert wurden Heimattage-Brot und Drais-Taler. Foto: Fränkle

FARBENPRACHT UND VIELFALT: Die traditionellen Trachtengruppen prägen wie zeitgenössische Erscheinungsformen das Bild der Heimattage. Eigens kreiert wurden Heimattage-Brot und Drais-Taler. Foto: Fränkle

PRÄSENTATION: Moderator Oliver Langewitz, Nicolette Kressl, Gisela Erler, Frank Mentrup, Susanne Asche und Martin Wacker (v. l.). Foto: Fränkle

PRÄSENTATION: Moderator Oliver Langewitz, Nicolette Kressl, Gisela Erler, Frank Mentrup, Susanne Asche und Martin Wacker (v. l.). Foto: Fränkle

 

Heimattage zwischen Tradition und Moderne / Festivalsommer von Mai bis September mit 250 Veranstaltungen / Programm vorgestellt

Mit Karlsruhe richtet in diesem Jahr erstmals eine Großstadt die Heimattage Baden-Württemberg aus. Und das pulsierende Leben zwischen Tradition und Moderne in der jungen, von Gründung an von Vielfalt geprägten badischen Metropole bestimmt denn auch das Geschehen im Programm des Festivalsommers von Mai bis September.

Zwischen dem fulminanten Auftakt mit dem Baden-Württemberg-Tag am 6. und 7. Mai (siehe unten) und dem traditionellen Landesfestumzug am 10. September mit 80 Gruppen aus dem gesamten „Ländle“ zum Finale laden gut 250 Veranstaltungen die Besucherinnen und Besucher ein, sich auf vielfältige Weise mit „Heimat“ auseinanderzusetzen. Diesen subjektiven, sich ständig wandelnden Begriff „müssen wir immer wieder neu definieren“, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Dienstag bei der Vorstellung des Programms im Rathaus. Familie, Freunde oder bei Heranwachsenden auch die virtuelle Welt: Die Werte, die zum Heimatbegriff dazugehören, sind vielfältig und in Bewegung. In einer dynamischen Großstadt wie Karlsruhe, in die jährlich 25.000 Menschen neu hinzuziehen, ohnehin: „Die hohe Fluktuation als einziges Kontinuum der jungen Stadt gab auch immer Freiraum für neue Ideen“, erinnerte Mentrup an den Fahrraderfinder Karl Drais, den „Daniel Düsentrieb seiner Zeit“, als prägnantes Beispiel dafür.

Drei Schwerpunktthemen

Das Jubiläum „200 Jahre Fahrrad“, bei dem die Stadt ihren großen Sohn angemessen würdigt, aber auch allgemein die umweltschonende Mobilität in den Fokus stellt, ist denn auch eines der drei Schwerpunktthemen der Heimattage. Das Thema „Heimat im Wandel“ geht den Fragestellungen nach, wie sich Heimat in der Fremde definiert und vielleicht dort dann auch die Einheimischen verändert. Und als dritter Schwerpunkt geht „Heimat im Netz“ auf die Suche nach Spuren der Verlagerung von realen Lebenswelten ins Digitale.

„Mit einem vielfältigen Programm aus Heimatgeschichte, Tradition, Gegenwart und Zukunftsthemen gestaltet der Gastgeber spannende Heimattage, die ideal zu unserem Land passen“, lobte Staatsrätin Gisela Erler die urbane Perspektive, unter der die Fächerstadt Begriff und Veranstaltungsreigen beleuchtet. Gerade auf diesen Blickwinkel, „der Weltoffenheit und Innovation mit dem Bewusstsein für Herkunft vereint“, freute sich auch die Karlsruher Regierungspräsidentin und Vorsitzende des Landesausschusses Heimatpflege, Nicolette Kressl.

Suche nach Identität

Kunst und Kultur spielen im gut viermonatigen Zyklus eine entscheidende Rolle. Kultur sei Heimat, „Beheimatung, Fremdheit und Vertrautheit sind ihre Kernthemen“, unterstrich Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche. So geht etwa das Forschungsprojekt „Inschrift Hei-mat“ des Badischen Staatstheaters derzeit auf Identitätssuche bei Menschen in den Stadtteilen. Die daraus entstehenden fünf Stadtraum-Episoden kommen am 24. Juni unter der Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern als Volkstheaterstück auf die Bühne. Und die Doppelausstellung „Karlsruher Heimaten“ hinterfragt im Stadtmuseum gängige Heimatklischees und stellt im Pfinzgaumuseum die unterschiedlichen Identitäten der 27 Stadtteile in den Mittelpunkt. Und für internationales Flair sorgt vom 8. bis zum 10. September das Tanz und Folklorefestival „Folkloria“.

Den Schwung mitnehmen

Die Heimattage setzen auf neue wie auch auf bewährte Formate wie die Schlosslichtspiele (3. August bis 10. September), Tribut an Carl Benz (11. Juni), aber auch die Stadtgespräche oder die KA300-Volunteers, die fast alle wieder als Helferinnen und Helfer an Bord sind. „Wir nehmen also auch den Schwung aus dem 300. Stadtgeburtstag vor zwei Jahren mit“, sagte Martin Wacker, der Cheforganisator der Heimattage. Über das ganze Jahr hinweg rechnet der Geschäftsführer der Karlsruhe Event GmbH mit einer Million Besucherinnen und Besuchern. Als Budget stehen den Heimattagen 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. 400.000 Euro davon kommen von Sponsoren, den Rest stemmen Stadt Karlsruhe und Land zu gleichen Teilen.

Ausführliche Informationen zu den 40. Heimattagen Baden-Württemberg in Karlsruhe gibt ein Programmheft, das kostenlos in Rathäusern und anderen öffentlichen Gebäuden sowie in BNN-Geschäftsstellen erhältlich ist. Veranstaltungskalender im Internet auf heimattage-karlsruhe.de. -trö-

Startschuss vor dem Schloss

Die Heimattage 2017 beginnen am Samstag, 6., und Sonntag, 7. Mai, vor der eindrucksvollen Kulisse des Karlsruher Schlosses mit dem Baden-Württemberg-Tag. Ein traditioneller Höhepunkt dieser Leistungsschau des Landes ist der „Entdeckermarkt“, auf dem sich Industrie, Handel, Tourismus, Kirchen, Vereine und Verbände präsentieren. Ab dem 6. bis zum 28. Mai steht dann auch das aus zwei Riesenrädern zusammengesetzte Karlsruher RiesenFahrrad auf dem Schlossplatz. Ein weiteres Highlight für alle Generationen ist das SWR Fernsehen Familienfest am 3. September, bei dem auch Lokalmatador Max Giesinger auftritt. -trö-

 
 

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