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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. April 2017

Immobilienmarktbericht 2016: Anhaltender Trend nach oben

 

Gutachterausschuss: Keine konkreten Anzeichen für eine Immobilienblase

Gehört Karlsruhe zu den Ballungsgebieten mit rasant steigenden Immobilienpreisen, in denen es Anzeichen für eine Immobilienblase gibt? Ausführlich hat sich der Gutachterausschuss für die Ermittlung von Grundstückswerten kürzlich mit diesem Thema befasst.

"Es ist im Sinne der Transparenz unsere ureigene Aufgabe, ganz genau hinzuschauen und zu analysieren, ob das Grundstücksmarktgeschehen Fakten für einen überhitzten Immobilienmarkt liefert", betonte Ausschussvorsitzender Dr.-Ing. Michael Mürle. Die Analyse aller Kauffälle des Vorjahres, Gutachten und weitere Informationsquellen liefern durchaus Anhaltspunkte für eine Überbewertung von Immobilien. Dennoch: "Anzeichen für das Entstehen oder Bestehen einer Immobilienblase sind nach unserer Einschätzung derzeit nicht konkret erkennbar", kommt der Ausschuss in seinem Immobilienmarktbericht für 2016 zu diesem Schluss.

Weniger Kauffälle
Karlsruhe ist ein begehrter Immobilienstandort, erstmals wurde hier der Wertumsatz von einer Milliarde Euro überschritten. Dennoch ist aufgrund des fehlenden Angebots die Anzahl der Kauffälle 2016 erneut - um rund sechs Prozent - in allen Teilmärkten zurückgegangen. Mit 2.377 Kauffällen wurde der bisherige historische Tiefstand 2014 (2515) nochmals unterboten. Für das Eigenheim, Mehrfamilienhäuser als auch im Erst- und Weiterverkauf von Wohnungseigentum sind zweistellige Preissteigerungen ermittelt worden. "Besonders betroffen ist der Markt für gebrauchte Wohnungen", informiert Marc-Simon Vetter von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, "hier haben die Preise zwischen 2010 und 2016 um 60 Prozent angezogen." Bei den Ein- und Zweifamilien- sowie Reihenhausgrundstücken betrug der Wertzuwachs im gleichen Zeitraum ein Drittel. Der Immobilienmarktbericht ersetzt für Kaufinteressierte nicht die ausführliche Auseinandersetzung mit dem ins Auge gefassten Objekt, liefern jedoch auf dem Weg zur Kaufentscheidung eine Fülle verlässlicher Fakten für alle Teilmärkte, sind sich Rüdiger Huck, Leiter der Geschäftsstelle, und Vetter einig.

"Typische" Kaufpreise
Wer mit dem Kauf einer Immobilie liebäugelt, kann sich mit Bodenrichtwerten, Indexreihen oder Vergleichsfaktoren in die Materie einarbeiten. Als erste Richtschnur mag der "typische" Kaufpreis dienen. So mussten für ein Ein- und Zweifamilienhaus des Baujahrs 1975 - bei einem Bodenrichtwert von 500 Euro pro Quadratmeter - im Durchschnitt rund 510.000 Euro bezahlt werden. Dafür erhält man im Schnitt 160 Quadratmeter Wohnfläche und 600 Quadratmeter Grundstücksfläche. Für ein 15 Jahre altes Reihenhaus in mittlerer Lage musste man rund 400.000 Euro (im Schnitt 130 Quadratmeter Wohnfläche, 220 Quadratmeter Grundstück) zahlen.

Mit 1598 Kauffällen wurden 2016 acht Prozent weniger Kauffälle für Wohnungs- und Teileigentum beurkundet, obwohl sogar geringfügig mehr Erstverkäufe vor dem Notar landeten. Für eine neue, zwischen 81 und 100 Quadratmeter große Wohnung mussten rund 3.590 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden. Eine vergleichbar große, zwischen 1975 und 1989 gebaute Wohnung lag bei 2.380 Euro pro Quadratmeter. Für ein Penthouse können auch höhere Preise erzielt werden. "Eine hilfreiche Unterstützung beim Preisvergleich für Wohnungen im Weiterverkauf liefert die Boxplotdarstellung, die wir erstmalig über alle Wohnflächengruppen bereitgestellt haben", so Huck. Bestandteil des Berichts ist zudem für ausgewählte Stadtteile ein durchschnittliches Mietpreisspektrum für Büromieten. Der Preistrend nach oben dürfte nach Einschätzung des Ausschusses anhalten. Auch, weil trotz aller Bemühungen, zusätzliche Wohnpotenziale in Karlsruhe zu erschließen, zumindest mittelfristig nicht mit einer drastischen Angebotserweiterung zu rechnen ist.

Der Bericht im Internet: www.karlsruhe.de/b3/bauen/gutachterausschuss. Die Druckausgabe kostet 50 Euro, die pdf-Version 40 Euro. Weitere Informationen: Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Telefonnummer 133-3092, E-Mail: gga@karlsruhe.de. -rie-

 
 

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