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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. April 2017

Kultur: Andere Filme anders gezeigt

DEN FILMENTHUSIASTEN DER ERSTEN STUNDE dankten Freunde, Partner und Förderer drinnen im Kinemathek-Kinosaal Studio 3 und draußen im Foyer. Foto: Bastian

DEN FILMENTHUSIASTEN DER ERSTEN STUNDE dankten Freunde, Partner und Förderer drinnen im Kinemathek-Kinosaal Studio 3 und draußen im Foyer. Foto: Bastian

 

Abschied von den Kinemathek-Urgesteinen Alfred Meyer und Inka Gürtler

Die Kinemathek hat eine lange Geschichte. Die frühere "Arbeitsgemeinschaft Kommunales Kino Karlsruhe" ging 1974 als anspruchsvolle Alternative zur gewerblichen Kinoszene an den Start. Garant des Anspruchs "Andere Filme anders zeigen" war von Beginn an Alfred Meyer - zunächst ehrenamtlich, ab Mitte der Achtziger dann als hauptamtlicher Geschäftsführer der öffentlich geförderten Einrichtung.

Fast ebenso lange wirkte als Mitstreiterin und Programmkuratorin auch Inka Gürtler. Ende Januar trat das Leitungsteam gemeinsam ab. Oft spreche man von Urgesteinen, aber in diesem Falle treffe es tatsächlich zu, verlas OB Dr. Frank Mentrup vergangenen Freitag bei einer Feier im Studio 3 die Notiz einer "Freundin" und Kinoenthusiastin. Des Duos "enzyklopädisches Wissen" über Filme und Regisseure beeindrucke, es beherrsche alle Kniffe. Der Abschied der beiden gleiche dem Ende eines alten Handwerks, "es zerreißt einem das Herz".

Voller Leidenschaft und Liebe zum Film machten Meyer und Gürtler die Kinemathek zu dem, was sie heute ist: Ein renommiertes Haus, das Produktionen aller Genres und Stilrichtungen zeigt, möglichst in Originalfassungen, häufig im Kontext spezieller Reihen, begleitet von Einführungen und Diskussionen mit Filmschaffenden.

Die Stadt schätze die Kinemathek, betonte Mentrup. So sei sie im jüngsten Doppelhaushalt von Kürzungen verschont, ihr Zuschuss gar erhöht worden. Meyer sagte, die Förderung stehe in keinem Verhältnis zur geleisteten Arbeit und wünschte sich "grundlegendes Umdenken". Kinos wie diese seien in diesen Zeiten besonders wertvoll, erklärte Gürtler, denn mit der Digitalisierung drohten 100 Jahre Filmgeschichte zu verschwinden. Neue Geschäftsführerin der Kinemathek ist die Regisseurin und Produzentin Christine Reeh, das Programm verantwortet künftig Jens Geiger vom Team des "Filmfests Hamburg". -maf-

 
 

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