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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. April 2017

Klima: Klimaschutz in Karlsruhe

 

Emissionen reduziert und Initiativen gestartet

Auf dem Weg zur klimaneutralen Großstadt ist Karlsruhe gut weitergekommen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sind aber zusätzliche Anstrengungen notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt der vierte Fortschrittsbericht "Klimaschutz in Karlsruhe", jüngst Grundlage für die Beratungen im Klimaschutzbeirat.

"Unser Klimaschutzkonzept hat sich in der Vergangenheit als Motor für viele neue Projekte erwiesen. Mittlerweile können wir auf eine stattliche Anzahl von Aktivitäten städtischer Akteure in verschiedenen Bereichen zurückblicken", so Bürgermeister Klaus Stapf bei der Präsentation des Berichts. Dazu gehören bundesweite Modellvorhaben wie das Abwärmeprojekt mit der Mineralölraffinerie Oberrhein, die Energiequartier-Initiative oder die Initiative "Meine grüne Stadt Karlsruhe". Die Stadt engagiert sich vielerorts im Klimaschutz, treibt Effizienzmaßnamen in eigenen Liegenschaften mit Hilfe eines verwaltungsinternen Klimaschutzfonds voran oder baute Beratungs- und Fördermöglichkeiten zum Energiesparen aus. Wichtig sind Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Kooperationsprojekte mit Unternehmen, beispielsweise die 2016 abgeschlossenen Netzwerke "Mari:e" und "Mobil.Pro.Fit.". Diese Bandbreite macht sich in der städtischen Energie- und Treibhausgas-Bilanz bemerkbar: Bis 2015 konnten die CO2-Emissionen von ursprünglich 3,1 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf knapp 2,6 Millionen Tonnen reduziert werden, ein Rückgang von rund 18 Prozent. Damit liegt Karlsruhe derzeit noch innerhalb des "2-2-2"-Zielrahmens. Bezogen auf den Pro-Kopf-Verbrauch sanken die CO2-Emissionen von über 11 auf knapp 8,5 Tonnen, also um fast ein Viertel.

Boom bei Photovoltaik

Erfolge verbucht werden auch beim Ausbau Erneuerbarer Energien: Bei der Stromerzeugung ist die angestrebte Verdopplung bis 2020 nicht zuletzt aufgrund des jüngsten Photovoltaikbooms bereits erreicht, bei der regenerativen Wärmeerzeugung sieht es ebenfalls gut aus. Einen Wermutstropfen bilanzierten die beauftragten Experten allerdings bei der Senkung des Energieverbrauchs. Trotz eines leichten Rückgangs in den Vorjahren sank der Energieverbrauch insgesamt von ursprünglich 9.100 Gigawattstunden (GWh) im Jahr 2007 auf lediglich 8.324 GWh im Jahr 2015 und damit um knapp neun Prozent.

Nach rund acht Jahren Laufzeit hält Stapf eine Fortschreibung der Klimaschutzkonzeption für angebracht. Dies war auch Tenor im Klimaschutzbeirat, wo zwar die Breite der Aktivitäten gelobt wurde, aber eine stärkere Konzentration auf hohe Verbrauchs- und Emissionsminderung angeraten wurde. Eine Zeitschiene für ein "Update" des Klimaschutzkonzepts werde im Moment erarbeitet und soll zunächst im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit beraten werden.

Klimaschutzziel "2-2-2"

Karlsruhe setzte sich mit dem Klimaschutzkonzept 2009 unter dem Motto "2-2-2" anspruchsvolle Klimaschutzziele bis zum Jahr 2020. Demnach wird eine jährliche Minderung von rund zwei Prozent beim Endenergieverbrauch (insgesamt 23 Prozent) und bei den CO2-Emisionen 27 Prozent) angestrebt, außerdem soll sich der Anteil Erneuerbarer Energien am Energieverbrauch verdoppeln. Basisjahr ist 2007. Langfristig werden bis 2050 eine Klimaneutralität im Stadtkreis im Sinne eines maximalen CO2-Ausstoßes von zwei Tonnen pro Kopf angestrebt. Zur Umsetzung finden sich im Klimaschutzkonzept 80 Handlungsansätze. Über deren Umsetzungstand sowie die Emissions- und Energieverbrauchsentwicklung informieren Fortschrittsberichte. Der vierte Fortschrittsbericht "Klimaschutz in Karlsruhe" steht unter www.karlsruhe.de. -red-

 
 

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