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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. April 2017

Geschichte: Malerin Alwine Schroedter starb vor 125 Jahren

ALWINE SCHROEDTER Bild: Stadtarchiv

ALWINE SCHROEDTER Bild: Stadtarchiv

 

Akademie im Waldhaus

Am 12. April 1892, also vor 125 Jahr starb in Karlsruhe die Malerin Alwine Schroedter im Alter von 72 Jahren. Zur Welt kam sie 1820 in Gummersbach als Tochter eines Kaufmanns.

Die Fähigkeiten, die ihr der Vater mitgegeben hatte, sollten ihr Zeit ihres Lebens helfen, auch um die Kunst ihres Ehemannes Adolph Schroedter in Bares umzumünzen. Schroedter wurde 1859 als Professor für Ornamentik ans Polytechnikum nach Karlsruhe berufen, wo die Familie alte Freunde aus ihrer Düsseldorfer Zeit wiedertraf. Dieser Kreis um Carl Friedrich Lessing, Ludwig Des Coudres, Eduard Bentemann, Hans Frederik Gude und anderen wurde zum Mittelpunkt einer Gesellschaft, die sich im "Waldhaus" zu Lesungen, oftmals sehr lebhaft gestalteten und humorvoll ausgerichteten Debattenabenden traf. "Waldhaus", das war das Haus der Familie Schroedter nahe des Hardtwaldes. Dort malten Adolph wie Alwine Schroedter mit großer Leidenschaft. Adolph, ausgebildet als Kupferstecher und Kunstmaler, hatte Alwine schon in der ersten Zeit der Ehe dazu ermuntert, selbst künstlerisch tätig zu werden und unterrichtete sie in den notwendigen Techniken. Sie widmete sich vor allem dem Buchschmuck, der Allegorien-, Initialen- und Blumenmalerei. Dazu nutze sie auch neue, moderne Techniken wie etwa die Chromolithografie.

Nach dem Tod Adolphs wurde es zunächst um Alwine einsam, denn auch ihre Kinder lebten nicht mehr in Karlsruhe. Doch dann machte das Waldhaus zu einer künstlerischen Akademie für Mädchen und Frauen. Darunter auch Großherzogin Luise, die sie bereits seit 1859 unterrichtete und zu der sie freundschaftliche Kontakte pflegte. Luise erwies Alwine daher am Todestag im Waldhaus die letzte Ehre. -erg-

 
 

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