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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Mai 2017

Kombilösung: Durchschlagender Erfolg

DAS RUNDE IM ECKIGEN: OB Mentrup, Sabine Volz und Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath (r.) beim Verlassen der Druckschleuse. Foto: Fränkle

DAS RUNDE IM ECKIGEN: OB Mentrup, Sabine Volz und Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath (r.) beim Verlassen der Druckschleuse. Foto: Fränkle

 

Vortrieb der Sohle für Tunnel Karl-Friedrich-Straße abgeschlossen / Aufwändiger Bau

Es ist laut, es gibt kein Tageslicht und es ist kalt. Wer einen Tunnel baut, hat alles andere als eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Besonders schwierig wird es, wenn der Boden – wie in Karlsruhe - sandig ist, das Grundwasser 4,5 Meter unter dem Asphalt steht und Druckluft dafür sorgen muss, dass es nicht in den Stollen eindringt.

Dann müssen alle bei Schichtbeginn in eine Druckschleuse, damit sich der Körper an die neuen Bedingungen anpassen kann, und bei Schichtende in eine Druckschleuse, damit der Körper das Mehr an Stickstoff, das er aufgenommen hat, langsam wieder durch Sauerstoff ersetzen kann.

Wie sich das anfühlt, wissen nicht nur Taucher, sondern jetzt auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Tunnelpatin Sabine Volz. Anlässlich des Durchschlagfests für den Tunnel Karl-Friedrich-Straße machten sich die beiden zusammen mit Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath auf den Weg in die Karlsruher Unterwelt. Nach einem Gesundheitscheck nahmen sie in der Druckschleuse nahe des Ettlinger Tors Platz und als der Zeiger schließlich 1,05 bar erreicht hatte - was dem Druck in zehn Meter Wassertiefe entspricht – trat die Untergrund-Gruppe ihre 250 Meter lange Reise zum Marktplatz an – zu Fuß und fröstelnd.

Seit 29. April ist der Aushub beendet und der Stollen mit Außenschale komplett passierbar – alles völlig im Zeitplan. Seit dem Anschlagsfest im Januar vergangenen Jahres haben die Mineure geschuftet, um zu¬nächst den oberen Teil der Röhre, die so genannte Kalotte, vom Ettlinger Tor Richtung Marktplatz vorzutreiben und dann dieselbe Strecke zurück für die untere Hälfte. „Der Bau war aufwändig und die Bedingungen waren nicht einfach“, bedankte sich Oberbürgermeister Mentrup bei den Tunnelarbeitern. Nun sei das Erdreich bis auf die Sohle, die am Ettlinger Tor als tiefstem Punkt des Tunnelbauwerks 15 Meter unter der Erde liegt, abtransportiert und mit dem Bau der Innenschale könne begonnen werden. Kasig-Sprecher Achim Winkel rechnet damit, dass sie Ende dieses Jahres fertig wird.

„Der Überdruck hat sich wie eine Last angefühlt“, berichtete OB Mentrup, als er – überwacht von einem Sicherheitsbeauftragten – die Druckschleuse wieder verlassen hatte. Und auch Tunnelpatin Sabine Volz war die Erleichterung anzumerken, alles gut überstanden zu haben. Völlig ohne Druck konnten sich die Probemineure schließlich über lange Treppen wieder auf den Weg nach oben machen. Ans Licht und in die „Wärme“ eines nordeuropäischen Frühlingsabends. -res-

 
 

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