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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Mai 2017

Radlerforum: Schnelle Trassen für längere Distanzen

Radlerforum informierte sich für Radschnellwege / Führung an Baustellen / Fahrradparken

Sicher, zügig, komfortabel: Mit Radschnellwegen möchte das Land ein neues Radfahrangebot für längere Distanzen in das Radverkehrsnetz einweben. Überlegungen hierzu für den Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO) trug Verbandsdirektor Prof. Dr. Gerd Hager kürzlich im Radlerforum vor.

Das Land möchte bis 2025 landesweit zehn schnelle Trassen fertiggestellt sehen. In der Region wurden drei wichtige Achsen ausfindig gemacht, die möglicherweise das vom Land geforderte Verlagerungspotenzial von 2000 Radfahrten am Tag aufweisen, informierte Hager. Für die Realisierung der zehn Routen landesweit, die das höchste Verlagerungspotenzial beim geringsten Maß an Zielkonflikten aufweisen, stellt der Bund pro Jahr 25 Millionen Euro zur Verfügung.

„Das ist etwa die Summe, die ein Kilometer Autobahn kostet“, machte Bürgermeister Obert deutlich. Und sieht auch mit Blick auf mögliche Zielkonflikte mit dem Umweltschutz ein Umsetzungshindernis: „Es kann nicht sein, dass für Radschnellwege strengere Umweltvorgaben angelegt werden als für eine Landstraße.“ Einig war man sich im Radlerforum mit dem RVMO bei der Bauträgerschaft. „Radschnellwege müssen in der Baulast des Landes liegen, um eine zusammenhängende Realisierung und nahtlosen Betrieb zu gewährleisten“, betonte Hager.

Die Verkehrsführung für Radfahrende an Baustellen ist nicht optimal – das fanden viele Radfahrer beim ADFC Fahrradklimatest 2014, Karlsruhe erhielt damals so Schulnote „Vier minus“. Der Vertreter der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), Bauherrin der Kombilösung, Johannes Häberle informierte über die immerwährende Herausforderung, alle Verkehrsteilnehmer und als Bauherr zugleich auch Gesichtspunkte wie Bauzeitenplan und Baukosten unter einen Hut zu bekommen.

Die meisten Stadträte wünschten sich eine konsequentere Beachtung der Belange des Radverkehrs. Auch solle im Bereich der Radschulwege darauf geachtet werden, dass das begleitete Radfahren von Kindern auf Gehwegen lückenlos möglich sei. Dauerthema Fahrradparken: „Wo immer es geht, kümmern wir uns um zusätzliches Fahrradparken“, informierte Ulrich Wagner (Stadtplanungsamt). Das sei oft mit erheblichem Abstimmungsaufwand verbunden. Wer Bedarf für Fahrradständer sieht, kann dies über KA-Feedback melden. Am Hauptbahnhof-Süd entsteht eine neue Radstation im Parkdeck P3 mit über 400 Plätzen.

Bei den Unfällen mit schwer verletzten Radfahrenden blieben in den vergangenen zehn Jahren die Unfallzahlen in etwa konstant – bei gleichzeitig deutlich erhöhtem Radverkehrsanteil. Bei den rund 400 Unfällen zwischen Rad und Pkw waren in zwei von drei Fällen die Autofahrenden die Hauptunfallverursacher. Sie machten insbesondere Fehler beim Abbiegen und beachteten die Vorfahrt nicht. Bei den Radfahrenden waren das „Geisterradeln“ und Missachten der Vorfahrt die Hauptunfallursachen. -rie-

 
 

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