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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Juni 2017

Hotel- und Wohnungsmarkt: Konkurrenz durch Privatvermietungen

Gutachten untersucht Auswirkungen auf den Hotel- und Wohnungsmarkt in Karlsruhe

Die Ergebnisse des Gutachtens „Analyse und Bewertung des Marktes Wohnen auf Zeit und Privatvermietung in Karlsruhe 2017“ der ghh consult GmbH wurden in der letzten Woche dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sowie dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung vorgestellt.

Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz erläuterte, dass das wichtigste Ziel des Gutachtens eine Analyse des Marktes „Wohnen auf Zeit“ und „Privatvermietung“ in Karlsruhe war und aufgezeigt werden sollte, ob und welche Konkurrenzsituation sich für die Hotellerie und den Wohnungsmarkt ergibt.

Derzeit werden im Stadtgebiet 251 Privatunterkünfte als ganze Unterkunft (107), Zimmer (133) oder Gemeinschaftszimmer (11) auf über 20 Internetplattformen wie Airbnb. vermietet. Räumlich sind sie auf das ganze Stadtgebiet verteilt, mit der Innenstadt als Schwerpunkt (62 Prozent) Die Übernachtungsgäste sind nicht nur Privatleute (45 Prozent), sondern zu einem Drittel Geschäftsreisende. In Betten umgerechnet bieten Privatunterkünfte 7,5 bis 11,2 Prozent der Betten der Karlsruher Hotellerie noch zusätzlich an. Umgerechnet auf Übernachtungen ergeben sich 36.000 bis 45.000 Übernachtungen pro Jahr, die den wirtschaftlichen Betrieb von 1 bis 2 Hotelbetrieben mit 80 bis 100 Zimmern erlauben würden beziehungsweise derzeit einen Anteil von 3,3 bis 4,1 Prozent der 1,1 Millionen Karlsruher Übernachtungen im Jahr ausmachen. Dies sei noch keine scharfe, jedoch schon wahrnehmbare Konkurrenz für die klassische Hotellerie. Die Prognose 2030 geht von einem Anteil von etwa 8 Prozent aller Hotelübernachtungen in Karlsruhe aus. Die Konkurrenz zur klassischen Hotellerie wäre damit spürbarer.

Außerdem werden aktuell 114 möblierte Wohneinheiten sowie 64 Studenten-WG-Zimmer als Wohnungen und Appartements auf Zeit, zumeist mit einer Mietmindestdauer von einem Monat, beworben. Die Konkurrenz zwischen „Wohnen auf Zeit“ und der Hotellerie wird als sehr gering eingeschätzt, die Konkurrenz zum Wohnungsmarkt für Studierende sowie allgemein für Singlehaushalte ist im Vergleich zu allen Einzimmerappartements und WG-Zimmern in Karlsruhe noch relativ überschaubar, das derzeitige Volumen entspricht in etwa dem eines Studierendenwohnheims.

Bürgermeisterin Luczak-Schwarz betonte, dass die mögliche Ausweitung dieser Angebote genau beobachtet werde, um gegebenenfalls Schritte zur Eindämmung einzuleiten. "Wir wollen weder nennenswerte Konkurrenz zur Hotellerie zulassen, noch den ohnehin engen Wohnungsmarkt für Studierende und Auszubildende weiter wachsendem Druck ausgesetzt sehen." Luczak-Schwarz ermunterte die Hotellerie aber auch, "dem Trend mit eigenen Überlegungen und innovativen Angeboten zu begegnen". –red-

 
 

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