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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Juni 2017

Behördenrufnummer: Stadt gestaltet die Zukunft der 115 mit

STÄDTISCHE FAHRZEUGE wie die des Gartenbauamts sind eine Werbefläche, um die 115 noch bekannter zu machen. Foto: Fränkle

STÄDTISCHE FAHRZEUGE wie die des Gartenbauamts sind eine Werbefläche, um die 115 noch bekannter zu machen. Foto: Fränkle

 

Karlsruhe wurde in bundesweiten Lenkungsausschuss, zentrale Entscheidungsinstanz für Behördenrufnummer gewählt

Auf städtischen Fahrzeugen und Schreiben der Verwaltung, in Zeitungsbeiträgen und auf Werbeplakaten am Straßenrand finden sich Hinweise auf die Behördennummer 115, den direkten telefonischen Draht in die Verwaltung. Ob Fragen zum Personalausweis, zur Eheschließung oder zum Wohngeld: Von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erhalten Anruferinnen und Anrufer Auskunft zu den häufigsten Verwaltungsleistungen.

Knapp 500 Kommunen haben sich dem 2009 gegründeten 115-Verbund angeschlossen und ermöglichen es einem guten Drittel der Bevölkerung in Deutschland, Diensteistungen der 115 in Anspruch zu nehmen.
Stadt- und Landkreis Karlsruhe betreiben seit 2011 ein gemeinsames Servicecenter, das heute zu einem der modernsten und leistungsfähigsten Deutschlands zählt. Für mittlerweile 18 Kommunen des Landkreises beantworten 35 Beschäftigte des Ordnungs- und Bürgeramts sämtliche Fragen. Eine durch das Bundesinnenministerium in Auftrag gegebene Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aus dem Jahr 2016 weist nach, dass dadurch pro Anruf ein kostenrelevanter Vorteil von 1,11 Euro in der Verwaltung entsteht. „Neben einem qualitativen Kundennutzen dient die Behördennummer deswegen auch als Instrument eines effizienten Verwaltungshandelns und trägt aktiv zur Kostensenkung im öffentlichen Dienst bei", betont Dr. Björn Weiße, Leiter des städtischen Ordnungs- und Bürgeramts, dem das Servicecenter zugeordnet ist. Die Vorteile sprechen sich weiter rum: Baden-Baden will demnächst dem 115-Verbund beitreten und die Telefonie über das Karlsruher Servicecenter abwickeln lassen.

Ende April wurde Karlsruhe auf der gesamtdeutschen Teilnehmerkonferenz neben Frankfurt am Main und dem Kreis Lippe in den die grundlegenden Beschlüsse fällenden Lenkungsausschuss des 115-Bundesverbandes gewählt, zugleich die Leiterin des Karlsruher Servicecenters, Britta Heck, für ihr herausgehobenes Engagement für den 115-Bundesverband geehrt.

Im Lenkungsausschuss gestaltet Karlsruhe aktiv die Zukunft der 115 mit. Ziel sei „die Weiterentwicklung von einem reinem Telefonieangebot zu einem Online-Angebot für die öffentliche Verwaltung. Von der reinen Auskunft im Internet bis zur Beantragung von Verwaltungsleistungen ist Vieles denkbar“, so Weiße. Was heute per Telefon erfolgt, soll künftig auch digital möglich sein. Schon wird daran gearbeitet, dass morgen Behördengänge endgültig überflüssig sind. Bis 2025 sollen vier von fünf Menschen in Deutschland 115-Dienstleistungen nutzen können. -red-

 
 

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