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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. August 2017

Kultur: Den Traum weiterträumen

SZENE mit Martina Eckrich und Rainer Haring. Foto: Thidor

SZENE mit Martina Eckrich und Rainer Haring. Foto: Thidor

 

Premiere von „Hochzeitsnacht in der Rue Morgue“

Was passiert eigentlich wirklich? Geht es um Schein oder Wirklichkeit? Träumen wir? In diesem Spannungsfeld sind die meisten Stücke des Theaters in der Durlacher Orgelfabrik angesiedelt, gewürzt mit reichlich morbidem Charme, denn ohne Tote oder zumindest ihren Hauch kommen Franco Rosa und Gabriele Michel nicht aus. Und haben sich damit ihre ganz eigene Theaterwelt geschaffen. Auf die sich ihre Fans das ganze Jahr über freuen.

Mit der 50. Uraufführung feiert das Theaterpaar mit ihrem überwiegend langjährigen Ensemble  dieses Jahr 30 Jahre Thidor, Theater in der Orgelfabrik. Passend zum Jubiläum angeregt von ihrem oder vielleicht dem  Lieblingsautor schlechthin, Edgar Allan Poe. Wie letztes Jahr ist vom morgigen Samstag (19. August) bis 30. September jeweils freitags und samstags um 20 Uhr eine schon fast  zerfallende Pariser Lokalität  Ort des Geschehens, dieses Mal für die „Hochzeitsnacht in der Rue Morgue“.

Der Familie  gehört  sie offensichtlich, aber es muss wohl noch viel Geld hinein gesteckt werden. Erst einmal werden zehn Gebote für die Traum-Hochzeitsnacht erlassen. Nicht zu viel Alkohol zu trinken, ist ja noch  nachzuvollziehen, aber die Finger von der Hochzeitstorte zu lassen und die Hochzeitsfeier frühzeitig zu verlassen, schon weniger. Sich in einen stillen, geheimen Ort in romantischer Umgebung  zurück zu ziehen, passt dann wieder besser. Aber das Brautpaar hält sich sowieso nicht daran, sondern geht in das Spukhaus. Nicht etwa allein, sondern die ganze Familie ist da, denn jeder hat sein Zimmer in diesem Gemäuer mit der unheimlichen Atmosphäre. Sicher ist jedenfalls: Das ist kein normales Haus und es macht mit den Menschen, die sich dort aufhalten, merkwürdige Dinge.

Trotzdem ist es keine Fortsetzung vom letzten Jahr, Nein, schreiben Franco Rosa und Gabriele Michel, „ein völlig neues Stück …nur die Menschen und das Haus bleiben das, was sie waren“. Es bleibe  spannend in einer ungewöhnlichen Hochzeitsnacht, wo man zwischen Schmunzeln und einem leichten Schauder hin- und hergerissen werde. Erstmals mit Poe auseinandergesetzt haben sich die beiden in der „Fall des E. A. Poe“ 1998, 2012 folgte  „Der Untergang des Hauses Usher“ (www.theaterinderorgefabrik.de)–cal/red-

 
 

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