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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. August 2017

Zoologischer Stadtgarten : Artenschutzstiftung verwirklicht Großprojekt

ENTDECKUNG: Auf dem Gelände lebende Froschart. Foto: Zoo

ENTDECKUNG: Auf dem Gelände lebende Froschart. Foto: Zoo

EINGEBRACHT: Dirk Vogeley (KEK) und Dr. Clemens Becker (Zoo, Artenschutzstiftung) pflanzen einen Baumsetzling auf dem bislang als Weidefläche genutzten Areal in Ecuador. Foto: Zoo

EINGEBRACHT: Dirk Vogeley (KEK) und Dr. Clemens Becker (Zoo, Artenschutzstiftung) pflanzen einen Baumsetzling auf dem bislang als Weidefläche genutzten Areal in Ecuador. Foto: Zoo

 

Gelände in Ecuador erworben / Bewahrung des Nebelwalds und Wiederaufforstung

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe hat ein 24 Hektar großes Gelände in Ecuador erworben. Es besteht aus unberührtem Wald, teilweise aber auch aus Weideflächen, die wieder aufgeforstet werden sollen. Damit möchte die Stiftung zum Erhalt der Biodiversität in dem südamerikanischen Land beitragen.

„Für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen“, betont Dr. Clemens Becker, Vorstand der Stiftung und Kurator für Artenschutz beim Zoo Karlsruhe. Es sei etwas „bislang Einmaliges, dass ein Zoo mit seiner eigenen Stiftung ein Gelände in einem anderen Land erwirbt, um dort aktiv zum Schutz der Natur beizutragen“. Erst vor wenigen Tagen waren Becker und Dirk Vogeley, Geschäftsführer der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK), in Ecuador, um die letzten Formalitäten abzuwickeln. Mit allen Nebenkosten kostete das Grundstück rund 115000 Euro. Ein Großteil des Geldes wurde bereits über Spenden von der Artenschutzstiftung eingenommen, die fehlenden 30000 Euro haben Privatleute als zinslose Kredite zur Verfügung gestellt.

„Das Gelände ist für unsere Zwecke ideal geeignet. Wenn wir länger hätten warten müssen, wäre es wahrscheinlich anderweitig verkauft worden“, erläutert Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt, ebenfalls Vorstand der Stiftung. Das Areal liegt am Westhang der Anden im Nebelwaldgebiet und grenzt an eine Straße, die von Los Bancos zur Hauptstadt Quito führt. Von dort zieht sich das Gelände etwa 1,2 Kilometer in das Waldgebiet hinein. Es liegt auf rund 1600 Höhenmetern, eine Quelle und zwei Bäche sind dort zu finden. Auf alten Baumriesen wachsen zahlreiche Bromelien, Tilandsien und Orchideen. Bei ersten Beobachtungen und Erkundungen konnten bereits mehr als 70 Vogelarten festgestellt werden. Zudem wurden von Biologen 18 Amphibien- und Reptilienarten nachgewiesen. Auch die Insekten- und Spinnenvielfalt ist groß, außerdem sind Tamanduas (Ameisenbären), Zwergeichhörnchen und eine heimische Wildschweinart anzutreffen. Faultiere, Schlankbären, Gürteltiere, weitere Vögel, Reptilien und Amphibien sind aus dem direkten Umland bekannt.

Mit der Aufforstung des bisherigen Weidelands soll bald begonnen werden. Die Koordination obliegt dabei der KEK. Die Pflanzungen sollen ausschließlich mit heimischen Arten erfolgen. Durch die Aufforstung werden dem Zoo Karlsruhe außerdem CO2-Zertifikate ausgestellt. Auch das Colegio Los Bancos, das mit dem Gymnasium Neureut eine Schulpartnerschaft unterhält, beteiligt sich an Pflanzaktionen. Eine klassische Verwaltung des Areals braucht es nicht. Partner vor Ort werden die Betreuung übernehmen, darunter auch die deutsche Ornithologin Dr. Heike Brieschke, die mit ihrem Mann Pedro Pena Fiel auf einem benachbarten Grundstück lebt. „Wir werden jetzt noch einige Spenden benötigen, um die Kredite zurückzahlen zu können, hoffen aber darauf, dies in den kommenden zwei Jahren zu erreichen“, sagt Becker. Neben dem eigenen Ecuador-Projekt unterstützt die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe außerdem noch Partnervorhaben, darunter das Elefantenwaisenhaus in Udwalawe auf Sri Lanka sowie ein Projekt, das sich den seltenen Orangehaubenkakadus widmet.

Wer zur restlichen Finanzierung des Geländekaufs beitragen oder eines der anderen Projekte unterstützen möchte, kann Spenden auf das Konto der Stiftung bei der Volksbank Karlsruhe (IBAN DE07 6619 0000 0000 2121 21, BIC GENODE61KA1) einzahlen. -red-

 
 

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