Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. September 2017

Bauausschuss: Am Ende der Kapazitäten

EXEMPLARISCH: Sehr aufwendig fiele eine komplette Instandsetzung des Durlacher Hengstbrunnens aus. Die Abwasserleitung ist zu, und er liegt nah am ÖPNV. Foto: Bastian

EXEMPLARISCH: Sehr aufwendig fiele eine komplette Instandsetzung des Durlacher Hengstbrunnens aus. Die Abwasserleitung ist zu, und er liegt nah am ÖPNV. Foto: Bastian

 

Brunnenbericht macht Aufwand deutlich

Die Situation der Karlsruher Brunnen hat Gartenbauamtsleiter Helmut Kern vorige Woche Freitag dem von Bürgermeister Michael Obert geleiteten Bauausschuss in nichtöffentlicher Sitzung geschildert. Dabei stellte er das Ungleichgewicht zwischen enormem Unterhaltungs- und Sanierungsaufwand auf der einen und den verfügbaren städtischen Mitteln auf der anderen Seite heraus.

Von mehr als 300 Brunnen im Stadtgebiet sind gut 200 noch in Betrieb, einige in Privat- oder Staatseigentum, betreut 153 die Stadt und 123 davon das Gartenbauamt (GBA). Dabei stößt es an finanzielle, vor allem personelle Grenzen; „Oberkante Unterlippe“, pointierte Kern die Lage. Die Ressourcen reichten aus „für das Volumen, das wir bewerkstelligen können. Aber nicht für den vor uns hergeschobenen Berg.“

Eine Priorisierung ist wie in vielen anderen infrastrukturellen Bereichen unabdingbar. Von besagten 123 Brunnen sind 25 ohne Mängel und 84 trotz Mängeln in Betrieb, weitere 14 nicht. Das GBA operiert in Haushaltsjahren, elf Brunnen sind 2017/18, zehn 2019/20 eingeplant. Aktuell sind teils weitere Anlagen im ganzen Stadtgebiet in Arbeit. Spendet ein Brunnen Trinkwasser, sind auf jeden Fall die ebenfalls am oberen Limit agierenden Stadtwerke involviert. In Karlsruhe gibt es 51 Brunnen, die mit Trinkwasser betrieben werden. Nur 11 davon sind als Trinkwasserspender geeignet. Die Hygiene spielt eine große Rolle. Und Kern stellte allgemein klar: „Das Karlsruher Wasser ist gesund und gut, für die Rohrleitungen aber schlecht.“

Stadtprägende Anlagen wie der Marktplatzbrunnen mit Großherzog-Ludwig-Denkmal und der Brigantenbrunnen am Ettlinger Tor mussten der Kombilösung weichen, sollen aber zurückkehren, sobald es der Stand der Arbeiten erlaubt. Die Brunnen am Durlacher Tor zählen zu den Entfallenden, allerdings ist dort eine neue, noch nicht konzipierte Anlage geplant. Hinsichtlich des Schalenbrunnens beim Hauptfriedhof, dessen Restaurierungskosten die Europäische Brunnengesellschaft bereits übernommen hat, gab der GBA-Leiter zu bedenken, dass mit dessen Betrieb dann weiterer Personalaufwand anfallen würde, der mit den Ressourcen nicht abzudecken sei.

Nachdem der Ausschuss auf wegen des Klimawandels und im Sinne der Attraktivität des öffentlichen Raums wachsenden Bedarf hinwies, erklärte Kern: „Wir können nicht immer mehr Wasser fordern, und dann ist die Pflege nicht mehr zu gewährleisten.“ Schon die jetzige Lage könne kein Dauerzustand sein. Bürgermeister Obert riet dringend an, „Brunnen von Wasser prägen zu lassen“. Es sollte Hauptelement sein, nicht die künstlerische Gestaltung. Finanzbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, die an der jüngsten Sitzung im Rathaus teilnahm, führte aus, die Kämmerei betrachte das Thema seit zwei Jahren sehr kritisch. Geschenke, das war Tenor, nehme man grundsätzlich gerne an, aber die Frage des Folgeaufwands sei künftig verstärkt direkt und ehrlich zu beantworten. -mab-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe