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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. September 2017

Klinikum: Weg aus der Krise gefunden

Klinikum zufrieden mit Baufortschritt und Bilanz 2016 / 1,7 Millionen Euro fehlen / Duale Finanzierung als Problem

Unter dem Strich steht zwar ein Fehlbetrag von 1,7 Millionen Euro, dennoch ist das Städtische Klinikum Karlsruhe zufrieden mit seiner Jahresbilanz für 2016.

„Wir haben seit 2012 einen Weg aus der Krise gefunden und wieder festen Boden unter den Füßen“, bekräftigte Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Stapf bei der Präsentation der Zahlen. Gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern Markus Heming und Prof. Dr. Hans-Jürgen Hennes erläuterte Stapf bei einer Pressekonferenz, dass das Minus durch die duale Krankenhausfinanzierung geprägt sei. Gesundheitspolitische Rahmenbedingungen erschwerten das Wirtschaften, so die beiden Geschäftsführer.

Bedenklich sei etwa, dass Baden-Württemberg bundesweit den höchsten Anteil – fast 50 Prozent – an Krankenhäusern mit einem Jahresverlust aufweise. Im Vergleich dazu beträgt dieser Anteil in Sachsen laut einer Studie nur knapp fünf Prozent. Ein wesentlicher Faktor für diese Situation ist laut Hennes die duale Finanzierung, bei der Investitionskosten vom Land gefördert und laufende Betriebskosten von den Krankenkassen finanziert werden. Das Delta zwischen veranschlagtem Kostenbudget und Fördermitteln sei beim Städtischen Klinikum jedoch groß. So seien etwa für den Neubau von Haus I und der Transfusionsmedizin sowie der Küche und Cafeteria Kosten in Höhe von 75,2 Millionen Euro eingeplant. Dafür erhalte das Klinikum 43,7 Millionen Euro vom Land.

Eine sehr gute Nachricht ist die verbesserte Situation in der Notfallbehandlung: Seit Februar 2016 basiert das Konzept für Notfälle auf drei Säulen. Zentrale Notaufnahme (ZNA), allgemeinärztliche Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung und Hausärztliche Praxis (MVZ). Auf diesem Weg begegnet das Klinikum steigenden Patientenzahlen in der ZNA und will vorrangig Schwerkranke und Schwerverletzte behandeln und Patienten mit leichteren Erkrankungen in der Notfallpraxis beziehungsweise im MVZ versorgen.

Mit dem Institutsgebäude Haus I2, der Kältezentrale Haus G2 und dem Betten-und Funktionshaus M sind aktuell alle Neubaumaßnahmen in Angriff genommen und befinden sich derzeit im Kosten- und Zeitplan. Von 2018 bis 2025 unterstützt die Stadt das Klinikum mit einem Investitionszuschuss von 90 Millionen Euro, um die zwei wesentlichen Bauphasen bis 2025 zu begleiten. Davor wird gefeiert: Zum 110-jährigen Bestehen lädt das Klinikum alle Bürgerinnen und Bürger für Samstag, 30. September, zu einem Fest auf seinem Gelände in der Moltkestraße ein. -bea-

 
 

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