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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Oktober 2017

Gemeinderat: Sechs ruhige Gebiete und zwei Erholungszonen ausgewiesen - Die ausgleichende Lebensqualität

Erholungszone: Das Beiertheimer Feld und die Günther-Klotz-Anlage leiden zwar auch unter dem Verkehrslärm, bieten Bürgerschaft und Gästen aber im Kern einen wertvollen Ausgleich. Foto: Fränkle

Erholungszone: Das Beiertheimer Feld und die Günther-Klotz-Anlage leiden zwar auch unter dem Verkehrslärm, bieten Bürgerschaft und Gästen aber im Kern einen wertvollen Ausgleich. Foto: Fränkle

 

Gemeinderatsbeschluss zu Schutz-Arealen gemäß Vorgaben für Städte wie Karlsruhe

Lebensqualität zu wahren, ist für die "Grüne Stadt" Anspruch und Verpflichtung. So schreibt der Bund per Immissionsschutzgesetz einen Lärmaktionsplan vor und Karlsruhe den 2016 aufgestellten fort. Damit endgültig ausgewiesen durch einstimmigen Gemeinderatsbeschluss: "Ruhige Gebiete/Erholungszonen".

Kastenwört mit Wasserrückhalteraum und "Höhenstadtteile südwestlich Grünwettersbach, nordöstlich Hohenwettersbach und Stupferich" sind dabei. Mit dem Alten Flugplatz, "Schlossgarten und südlich Adenauerring", nördlichem Hardtwald und "Nordöstlich Grötzingen" gibt es sechs in Betracht kommende ruhige Gebiete. "Erhalt des gegenwärtigen Zustandes", lautet das Ziel, zukünftiger lärmrelevanter Baunutzen ist nicht absehbar. Östlich des Gebiets Alter Flugplatz greift der Rahmenplan Zukunft-Nord, er lasse aber auch keine Konflikte erwarten. Dazu sind Erholungszonen das Beiertheimer Feld und die Günther-Klotz-Anlage - der von der Südtangente ausgehende Verkehrslärm soll vermindert werden - sowie der Oberwald. Für dessen Wirkkraft bleibt die Reduzierung des Lärms von Autobahn 5 und Südtangente im Fokus.

Die Auswahlkriterien der ruhigen Gebiete: Grüncharakter und ein ganztägiger Pegel von höchstens 50 dB(A) im Jahresmittel. Bei den Erholungszonen ist zudem hohe Aufenthaltsfunktion maßgebend, der Lärmpegel beträgt per Definition mindestens 55 dB(A), unterschreitet relativ aber die Höchstlast um sechs dB(A). Karlsruhes Zonen weisen als relativen Lärmpegel einen Wert von 57 respektive 59 auf. In Summe gleichen 2811 Hektar (16,1 Prozent der Gemarkungsfläche) wertvoll aus und sollen vor Lärmzunahmen geschützt werden. Ausnahmen bilden etwa "Das Fest" auf der Klotz-Anlage als temporäres Ereignis oder Schießstände, wie am Oberwald. Schützende und schützenswerte Areale gelten bei rund 300 Metern Abstand zur Anlage als unerheblich beeinträchtigt.

Ende 2016 wurde ein Entwurf im Gemeinderat behandelt, es folgte die Öffentlichkeitsbeteiligung mit Offenlage von Februar bis März. Träger öffentlicher Belange (Schul- und Sportamt, Ortsverwaltungen, Nachbarkommunen, der Bürgerverein Nordstadt, Verkehrsbetriebe sowie Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, Deutsche Bahn) und drei Bürgerstimmen brachten Anregungen ein. Letztere stellten nicht umsetzbare Vorschläge zur Verkehrslärmreduktion abseits des Kontextes dar. Seitens der öffentlichen Akteure ging es meist um Herausnahmen bestimmter Bereiche, was in der Regel Berücksichtigung fand. Auch acht Nachbarkommunen konnten sich äußern: Die eine Hälfte tat das nicht, die andere stimmte dem Plan zu. Insgesamt änderte sich am Finalkonzept nichts Wesentliches. -mab-

 
 

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