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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Februar 2017

Stadtgeschichte: Für Gleichberechtigung in der Kunst

Dora Horn-Zippelius  Foto: StA

Dora Horn-Zippelius Foto: StA

 

Vor 50 Jahren starb die Karlsruher Malerin Dora Horn-Zippelius im Alter von 91 Jahren

In Erinnerung geblieben ist die Karlsruher Malerin Dora Horn-Zippelius (18. August 1876 bis 17. Februar 1967) vor allem durch ihr Engagement, Frauen im von Männern dominierten Kunstbetrieb Gleichberechtigung zu erkämpfen.

Aus gutbürgerlichem Haus, war sie Mitbegründerin des Bundes Badischer Künstlerinnen (BBK), aus dem später unter anderem die GEDOK entstand. Da Künstlerinnen Juryteilnahmen verwehrt wurden, organisierten sie vielerorts eigene Ausstellungen. 1931 trat sie in die NS-Frauenschaft ein. 1934 zur Gau-Schulungsleiterin ernannt, wurde sie jedoch 1936 entlassen, da sie die Reduzierung der Frau auf die Mutterrolle ablehnte. Als Mitglied der Reichskammer der Bildenden Künste (1934 bis 1945) stand fortan wieder die Malerei im Vordergrund ihres Schaffens. Ein Entnazifizierungsverfahren wurde 1947 eingestellt.

Bereits als junges Mädchen hatte Dora Horn Zeichenunterricht erhalten und studierte nach einer sechsmonatigen Italienreise seit 1897 an der Malerinnenschule Karlsruhe, später in München bei Franz Hein und Angelo Jank. Inspirationen für ihre Porträts, Stillleben, Genre- und Landschaftsdarstellungen in Öl, die sich an Karlsruher Malern, vor allem Hans Thoma, Impressionismus und Jugendstil orientierten, holte sie sich zudem auf weiteren Studienfahrten nach Tirol, in die Schweiz, nach Italien.

Vor dem Ersten Weltkrieg äußerst erfolgreich, nahm sie an vielen überregionalen Kunstausstellungen teil. Aufgeschlossen gegenüber modernen Strömungen, fand sie, beeinflusst von der Maltechnik Giovanni Segantinis mit neben- und übereinander gezogenen Farbstrichen, zu ihrem eigenen Stil. In München außerdem zur Schauspielerin ausgebildet, spielte sie von 1906 bis 1908 Titelrollen in klassischen Stücken. Nach der Heirat mit dem Architekten Hans Zippelius und der Geburt zweier Söhne konzentrierte sie sich bis ins hohe Alter wieder auf die Malerei, mit der sie sich ihre eigene Welt baute und entdeckte für sich mit Erzählungen und Gedichten noch die Poetik. -cal-

 
 

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